Protestler der Studentenbewegung 1968 und Bärbel Bohley (Gestaltung: Ultramarinrot, Bild: Bundesstiftung Aufarbeitung/Klaus Mehner)
Bundesstiftung Aufarbeitung/Klaus Mehner
Bild: Bundesstiftung Aufarbeitung/Klaus Mehner

- Von der Revolte zur Revolution - wieviel 1968 steckt in 1989?

Zufall oder Zusammenhang? In diesen Monaten folgen die Jubiläen dicht an dicht: Nach der Erinnerung an die 68er-Bewegung wird 30 Jahren Friedlicher Revolution gedacht. Haben die beiden Ereignisse mehr miteinander zu tun, als gemeinhin wahrgenommen wird? Dieser Frage geht Harald Asel mit seinen Gästen nach.

Das Jahr 1968 steht heute trotz aller Kontroversen für den Willen der Menschen nach Emanzipation und Veränderung. Doch während im Westen die Protestbewegung einen langfristigen gesellschaftlichen Wandel anstoßen konnte, wurden die Reformbestrebungen östlich des Eisernen Vorhangs mit der Niederschlagung des Prager Frühlings gewaltsam erstickt.

Erst mit den demokratischen Revolutionen des Jahres 1989 konnten hier die Forderungen des Jahres 1968 nach Freiheit und Selbstbestimmung erfüllt werden. Die Protagonisten des friedlichen Umbruchs, ob nun in der Tschechoslowakei, Deutschland oder Polen, waren dabei zu großen Teilen auch durch die Ereignisse 21 Jahre zuvor politisiert worden. Die Entwicklung von 1989 erscheint somit auch wie eine späte Folge der gesellschaftlichen Veränderungsprozesse von 1968.

War 1989 eine "nachholende" Revolution, die "1968" vollendete, oder etwas gänzlich Neues? Wie verändern die späteren Ereignisse auch die Sicht auf "1968" im Westen? Welche Botschaft geht heute von den beiden Jahren aus? Können 1968 und 1989 gar eine Linie in einer modernen gesamteuropäischen Identität bilden? Darüber spricht Inforadio-Geschichts-Redakteur Harald Asel mit folgenden Gästen:

Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker, wiss. Mitarbeiter der Stasiunterlagenbehörde, Berlin  

Prof. Dr. Frank Bösch, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung, Potsdam

Rainer Eppelmann - Minister a. D. Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Dr. Ellen Ueberschär – Theologin,  Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

Die Veranstaltung von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und Inforadio wurde am 4. Dezember 2018 in der Bundestiftung aufgezeichnet.