Blick auf die Liebermann-Villa von der Wannseeseite © P. Groth
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Bild: © P. Groth

- Exil der Menschen und der Bilder, einst und jetzt

Die Liste berühmter Namen ist lang: Das Exil gehört zu den prägenden Erfahrungen für Künstler der Moderne und Gegenwart. Nicht immer glückt die Ankunft in einem neuen Land. Und auch verfemte Kunst hat es  in fremder Umgebung oft schwer. Eine Ausstellung geht derzeit auf Spurensuche, in der Liebermann-Villa am Wannsee. Dort sprach Harald Asel mit Gästen über Exilerfahrungen, das Wachhalten der Erinnerung und die Unterstützung für heute bedrohte Künstler.

Verfolgung und Ausgrenzung betrifft Künstler in besonderer Weise. Sei es, dass sie selbst, an Leib und Leben bedroht, ihre Heimat verlassen und in einer fremden Umgebung neue Netzwerke für ihr Schaffen, aber auch für die Wahrnehmung ihrer Kunst suchen müssen. Sei es, dass ihre Werke im Ausland für politische Haltungen und künstlerische Positionen stehen, die zuhause gefährdet sind. Die Liebermann Villa am Wannsee macht derzeit diesen Zusammenhang exemplarisch deutlich. In der partiellen Rekonstruktion einer Ausstellung vom Sommer 1938 in London sind jene Bilder versammelt, die bald nach der denunziatorischen Münchner Schau  "Entartete Kunst" das britische Publikum mit wichtigen Vertretern der deutschen Moderne bekannt machte.

In unserem Gesprächssalon wollen wir die Brücke ins Heute schlagen. Was bedeutete und bedeutet es für Künstler, in der Fremde anzukommen? Wie lassen sich ihre Erfahrungen von Verfolgung und Ausgrenzung späteren Generationen vermitteln? Was bedeutet es, ein fremdes Publikum vor sich zu haben? Wie verändert sich ihre Kunst und welchen Erwartungen eines neuen Publikums stehen sie gegenüber?  Welche Rolle spielt überhaupt internationale Aufmerksamkeit zum Schutz vor Verfolgung? Und was können Kunsthandel und Sammler dabei bewirken?

Auf dem Podium:

Johannes Nathan
Kunsthistoriker, Nathan Fine Art Potsdam / Zürich – Künstler mit Migrationsgeschichte

Renata Stih
Konzeptkünstlerin, Honorarprofessorin an der Beuth Hochschule für Technik Berlin und der Leuphana Universität Lüneburg

Christoph Stölzl
Gründungsdirektor des Exil Museums Berlin

Sie hören eine Aufzeichnung vom 01. November 2018 aus der Liebermann-Villa am Wannsee.

Sendung

Podium v.l.n.r. Christian Alexander Scholber, Iris Pigeot, Harald Asel, Gert G. Wagner (Bild: Inforadio/Kilian)

Das Forum

Im Forum begegnen sich jede Woche hochrangige Gesprächspartner aus allen Bereichen des modernen Lebens. Aktuelle politische, kulturelle und religiöse Ereignisse in Deutschland und der Welt sind Gegenstand der Debatten.