- Schichtwechsel: Arbeit inklusive

Die Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen hat den Aktionstag "Schichtwechsel" ins Leben gerufen, an dem Beschäftigte der Werkstätten ihren Arbeitsplatz mit Mitarbeitern aus Unternehmen tauschen. Ein inklusiver Arbeitsmarkt ist das Ziel neuer politischer Maßnahmen und Wunsch vieler Menschen mit Beeinträchtigung. Doch wie kann das Vorhaben in der Praxis gelingen und welche gesamtgesellschaftlichen Chancen ergeben sich aus ihm? Darüber diskutiert Ute Holzhey mit Gästen.

Arbeit ist für alle Menschen von existenzieller Bedeutung. Sie dient nicht nur dem Broterwerb, sondern stiftet auch Selbstbewusstsein, soziale Beziehungen und Identität. Menschen, die auf Grund ihrer Behinderung nicht erwerbsfähig sind, finden in Werkstätten dennoch Möglichkeiten, in einem geschützten Rahmen entsprechend ihren Fähigkeiten und Interessen zur Wirtschaftskraft beizutragen und zum Beispiel gemeinsam mit Start-ups innovative Produkte auf den Markt zu bringen.

Manche Beschäftigte wünschen sich aber auch eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Das 2018 im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes eingeführte Budget für Arbeit soll Anreize schaffen und das bisherige Übergangsmanagement ergänzen. Doch die Realität zeigt, dass nicht nur Wettbewerb und Profitstreben, sondern auch Vorurteile, fehlende persönliche Berührungspunkte und begleitende Unterstützung für Unternehmen und Beschäftigte dieses Vorhaben erschweren.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen  (LAG WfbM Berlin e.V.) hat darum den Aktionstag "Schichtwechsel" ins Leben gerufen. So lernen beide Seiten die jeweiligen Arbeitsbereiche kennen. Nicht nur der Aktionstag, sondern auch eine Studie zeigt, dass Unternehmen, die Erfahrungen mit beeinträchtigten Menschen gemacht haben, die Potentiale eines inklusiven Teams häufig erkennen und fördern.

Doch was braucht es für eine gelingende Zusammenarbeit?
Welche Rahmenbedingungen wünschen sich Menschen mit Behinderung und welche Potentiale bieten inklusive Belegschaften für Betriebe?
Welche individuellen Angebote zur Teilhabe am Arbeitsleben brauchen die unterschiedlichen Personengruppen?

Darüber diskutierte Ute Holzhey vom rbb Inforadioam 9. Oktober in einer Veranstaltung von LAG WfbM - Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. und rbb Inforadio.

Von links nach rechts: Beatrix Babenschneider, Elke Breitenbach, Ute Holzhey, Kerstin Oster, Imke KlockeDie Diskussionsteilnehmer

Auf dem Podium

Elke Breitenbach
Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales des Landes Berlin

Beatrix Babenschneider
LAG Werkstatträte, Interessenvertreterin für 10.000 Menschen mit Behinderung, Initiatorin des Schichtwechsels

Imke Klocke
Vorstand Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (LAG WfbM Berlin), Initiatorin des Schichtwechsels

Kerstin Oster
Vorständin Personal und Soziales der Berliner Wasserbetriebe

Sendung

Podium v.l.n.r. Christian Alexander Scholber, Iris Pigeot, Harald Asel, Gert G. Wagner (Bild: Inforadio/Kilian)

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