01.09.2018, Sachsen, Chemnitz: Polizisten rennen am Rande der Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen haben, zu einem Einsatz
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- Demokratie in der Krise?

Nach den Ereignissen von Chemnitz stellt sich die Frage: Sind Fremdenfeindlichkeit, Demokratie-Skepsis sowie rechtsextreme und rechtspopulistische Strömungen ein besonderes ostdeutsches Problem? Oder ist das lediglich vorurteilsbehaftetes Sachsen-Bashing fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung? Über diese Fragen diskutierte Harald Asel mit seinen Gästen in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Die Ereignisse der letzten Wochen haben erneut den Blick auf die ostdeutschen Bundesländer gelenkt. Die Zahl von gewaltsamen Übergriffen auf Wohnheime für Flüchtlinge ist – auf die Gesamtbevölkerung gerechnet – dort besonders hoch. Die AfD erzielt ihre höchsten Wahlergebnisse, und populistische Bewegungen finden großen Zulauf. Gleichzeitig scheint das Vertrauen in staatliche Institutionen, Politik und Parteien geringer ausgeprägt zu sein als im Westen und stärker zu schwinden. Zeigen diese Entwicklungen wie in einem Brennglas Herausforderungen, von denen „der Westen“ in einer Art  „Neobiedermeier“ nichts wissen will?

Unmittelbar vor dem 28. Jahrestag der Deutschen  Einheit fragen wir:

Hat der eine Teil der Deutschen einen Demokratie-Vorsprung gegenüber dem anderen Teil der Gesellschaft? Oder treffen unterschiedliche Vorstellungen von Staat, Nation und Zivilgesellschaft aufeinander? Erzählen die heutigen Konflikte nicht auch von verpassten Gelegenheiten im Einigungsprozess?  Und verläuft die Trennlinie wirklich zwischen den Lebenserfahrungen Ost und West? Was können schließlich Einrichtungen der politischen Bildungs- und Erinnerungsarbeit zum Thema beitragen?

Harald Asel von rbb Inforadio diskutierte am 17. September mit seinen Gästen:

Marianne Birthler
ehem. Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen

Iris Gleicke
ehem. Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer

Dr. Klaus-Rüdiger Mai
Schriftsteller, Germanist und Historiker

Sendung

Podium v.l.n.r. Christian Alexander Scholber, Iris Pigeot, Harald Asel, Gert G. Wagner (Bild: Inforadio/Kilian)

Das Forum

Im Forum begegnen sich jede Woche hochrangige Gesprächspartner aus allen Bereichen des modernen Lebens. Aktuelle politische, kulturelle und religiöse Ereignisse in Deutschland und der Welt sind Gegenstand der Debatten.

Inforadio am Tag der Deutschen Einheit 2018