Symbolbild Zensur
imago/Friedrich Stark
Bild: imago/Friedrich Stark

- Achtung Zensur - neue Ausprägungen eines alten Themas

"Zensur" ist der Schlachtruf der Stunde. Als Beschreibung rechtlicher Bedingungen wie als polemischer Begriff. Eine heftige gesellschaftliche Debatte über die Meinungsfreiheit ist entbrannt. Ein neues Buch will die komplexe Situation analysieren. Darüber spricht Harald Asel im Literaturhaus Berlin.

Der Streit um das Gomringer-Gedicht an der Alice-Salomon-Hochschule, Forderungen nach automatischen Löschungen bei Facebook oder die Frage, wer an einer Universität sprechen darf: nur einige Beispiele heftiger Debatten der letzten Zeit. Ist für die einen die Kunst- und Wissenschaftsfreiheit in Gefahr, pochen andere auf den Schutz marginalisierter Gruppen. Gleichzeitig sind weltweit alte Formen der Machtausübung weiter präsent, mit Informationsunterdrückung und Ausgrenzung. Sind unsere öffentlichen Auseinandersetzungen in Deutschland ein Luxusproblem oder treffen sie den Nerv unserer Demokratie?

Die neuen Gesichter von Zensur und Zensurvorwürfen

Werden mit dem rigiden Vorwurf der Gesinnungsdiktatur einfach nur notwendige kritische Anmerkungen abgeschmettert? Und mit der Parole "Man wird ja wohl noch sagen dürfen", ganz gezielt Tabubrüche vorbereitet? Steckt andererseits hinter dem Wunsch nach engeren Grenzen der Meinungsfreiheit zum Schutz von Betroffenen die romantische Sehnsucht nach einer verletzungsfreien Welt?

Die Literaturwissenschaftlerin Nikola Roßbach ist in ihrem neuen Buch "Achtung Zensur" (Ullstein Verlag) den neuen Gesichtern von Zensur und Zensurvorwürfen nachgegangen. Die Buchpremiere im Literaturhaus Berlin ist Anlass, über den Stellenwert der Meinungsfreiheit, über Konfliktbereitschaft und Behutsamkeit im Umgang miteinander und über normative Vereinbarungen nachzudenken.

Zu Gast:

Nikola Roßbach Autorin des Buches "Achtung Zensur"  und Professorin für Neuere deutsche Literatur in Kassel

Sendung

Podium v.l.n.r. Christian Alexander Scholber, Iris Pigeot, Harald Asel, Gert G. Wagner (Bild: Inforadio/Kilian)

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