Berlin: Straßenschild mit der Aufschrift "Straße des 9. November"
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- Ein Berliner Feiertag für die Demokratie?

In Deutschland herrscht ein Süd-Nord-Gefälle. Zumindest was die Zahl der gesetzlichen Feiertage angeht. Gerade in Berlin haben die Bürger im Vergleich zu anderen Bundesländern das Nachsehen. Das soll sich ändern. Aber welcher neue Feiertag könnte den Traditionen und der vielfältigen Stadtgesellschaft Berlins gerecht werden? Darüber diskutierte Harald Asel mit Gästen aus Politik und Wissenschaft.

Was hält eine Gesellschaft zusammen? Nicht zuletzt gemeinsame Rituale des Erinnern und Feierns, die sich jährlich wiederholen. Und so wird nach dem einmaligen bundesweiten Feiertag zum Reformationsjubiläum im vergangenen Jahr intensiver als bislang darüber nachgedacht, ob unser Gemeinwesen weitere arbeitsfreie Gedenktage braucht – und wenn ja, welche.

2018 ist gerade in Berlin ein gutes Jahr, um die Debatte fortzusetzen. Viele Jubiläen erinnern an die gemeinschaftsstiftende Kraft demokratischer Aufbrüche und die dafür erbrachten Opfer: Stichworte sind 1848, 1918, aber auch der gesellschaftliche Wandel, der mit der Chiffre 68 verbunden wird. Und auch der 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution in der DDR 1989 wirft seine Schatten voraus.

Bei jedem dieser Ereignisse ist Berlin ein zentraler Schauplatz. Zugleich eröffnen sie jeweils eine gesamtdeutsche und eine europäische Dimension. Und die Fragen, die sie aufgeworfen haben, sind auch in der Gegenwart noch aktuell. Könnte also ein Demokratie-Feiertag gerade in Berlin das einigende Band in einer oft als unübersichtlich wahrgenommenen pluralistischen Gesellschaft werden?  In welcher Form?  Und welches Datum ist das geeignete?

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Rüdiger Hachtmann
ZZF, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Stefan Evers
CDU, MdA

Priya Basil
Autorin, Initiatorin Europäischer Feiertag

Ingo Juchler
Prof. Politik-Didaktik Universität Potsdam

Moderation:
Harald Asel
rbb Inforadio

Aufzeichnung einer Veranstaltung der Berliner Landeszentrale für politische Bildung und Inforadio (rbb) vom 4. Juli 2018.

Sendung

Podium v.l.n.r. Christian Alexander Scholber, Iris Pigeot, Harald Asel, Gert G. Wagner (Bild: Inforadio/Kilian)

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