Demonstranten mit der EU-Fahne
imago stock&people
Bild: imago stock&people

- Der Streit um europäische Identitäten

Überall in Europa rumort es. Überall wird die Frage nach einer möglichen eigenen Identität gestellt. In Regionen, Nationalstaaten und sozialen und ethnischen Milieus. Ist das ein Signal für das Zerbrechen des Gemeinsamen oder Teil des europäischen Spiels um Markenbildung und Standortfaktoren? Diese Fragen diskutiert Harald Asel mit seinen Gästen.

In fast allen Ländern der EU begehren die Regionen auf: Viele Sachsen wollen nur für sich alleine das Volk sein, eine knappe Mehrheit in Katalonien kämpft für ihre Unabhängigkeit und die russischsprachige Minderheit in Litauen verfolgt lieber die Abendnachrichten aus Russland. An vielen Stellen wird Vergangenheit und eigene Identität bemüht, um sich zu unterschieden. Nun ist das Europa der Regionen eine Floskel, die vor allem in Brüssel sehr beliebt ist. Aber wie funktioniert der Balanceakt zwischen europäische Einheit und friedlicher Wahrung lokaler Aktivitäten? Welchen Einfluss hätte eine fortschreitende Regionalisierung auf das europäische Projekt? Und welche vermeintlich überwundenen Sollbruchstellen brechen wieder auf?

Auf der Leipziger Buchmesse im Frühjahr dieses Jahres fand in Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung auch ein Programmschwerpunkt "Europa 21 – Denk-Raum für die Gesellschaft von morgen" statt. In diesem Rahmen fragte Inforadio mit versierten Beobachtern der Mentalitätslandschaft nach: "Wir, die Identioten? Versuchung und Ausweg – Europa, seine Regionen und die Nationalismusfalle".

Die Podiumsgäste:

Matthias Meisner
Redakteur des Berliner Tagesspiegels, Herausgeber des Buches "Unter Sachsen. Zwischen Wut und Willkommen"

Aleksandra Rybinska

Journalistin,  wPolityce.pl und wSieci, Polen

Elisa Simantke

Koordinatorin des Rechercheverbundes "Investigate Europe"

Stefan Schlegel

Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaftenn, Göttingen  und Vorstandmitglied der Schweizer liberalen Bewegung "Operation Libero"

Moderation:

Harald Asel
Inforadio (rbb)

Erstsendung: 25.03.2018

Sendung

Podium v.l.n.r. Christian Alexander Scholber, Iris Pigeot, Harald Asel, Gert G. Wagner (Bild: Inforadio/Kilian)

Das Forum

Im Forum begegnen sich jede Woche hochrangige Gesprächspartner aus allen Bereichen des modernen Lebens. Aktuelle politische, kulturelle und religiöse Ereignisse in Deutschland und der Welt sind Gegenstand der Debatten.