Szene aus "Monster Hunter World"
Capcom
Bild: Capcom

- Neue Spiele: Monster, Monster, Monster - und Verrückte

Eine große, bunte Welt voller unterschiedlichster Lebewesen und eine düstere, klaustrophobische Nervenheilanstalt – das sind die extrem unterschiedlichen Schauplätze der beiden Videospiele, die wir Ihnen jetzt vorstellen: "Monster Hunter World" und "The Inpatient". Inforadio Game-Experte Christoph Parker hat sie beide getestet.

In "Monster Hunter World" kommt es durchaus auf die Größe an. Da wäre zum einen die der Welt – und die ist riesig. Und zum anderen ist da noch die Größe der Monster, die diese Welt bevölkern. Und die variiert von handelsüblichem Schäferhund bis handelsüblichem… Berg! Wobei Monster eigentlich ein zu hartes Wort ist. Was es hier zu jagen gilt, hat eher was von Dinos in allen Formen und Farben.

Mit einer großangelegten Expedition kommt der Spieler auf diesen so gut wie unbewohnten Kontinent, deren Ziel es ist, herauszufinden, warum die sogenannten "Drachenältesten" - die Lebewesen in Berg-Größe – hierher gezogen sind. Um das herauszufinden, erforscht man die Welt und ihre Bewohner. Dafür muss man sie jagen und dann erlegen oder lebend fangen. Dafür stehen dem Spieler eine Vielzahl unterschiedlicher Waffen zur Verfügung, von Schwert über Axt und Hammer bis hin zu Bogen und Armbrust. Die kann man beim Expeditions-Schmied verbessern lassen, beim Quartiermeister kann man mit ihnen trainieren, beim Koch isst man sich wieder fit. Ja, Monster Hunter World ist ein überaus freundliches Spiel. Die Kollegen sind alle nett und hilfsbereit. Charakterliche Tiefe sucht man hier vergebens, aber wegen der Charaktere oder der Story spielt niemand ein Monster Hunter – Spiel: Hier geht es um die  Entdeckung immer neuer, unterschiedlicher Areale und um die Jagd, um immer wieder neue Monster und um das überragende Gefühl, wenn man einen übermächtig wirkenden Gegner nach langem

Szene aus "The Inpatient"Szene aus "The Inpatient"

Alptraum in VR: "The Inpatient"

Das krasse Gegenteil erwartet den Spieler im Virtual Reality-Spiel "The Inpatient" - raus aus der bunten Welt der Jagd, rein in die Geschlossene: Nämlich ins Blackwood Sanatorium. Als Amnesie-Patient findet sich der Spieler in dieser Nervenheilanstalt in den 50er-Jahren wieder. Und er weiß nicht nur nicht, wer er ist, sondern auch nicht, wem er hier trauen kann: Dem alten Arzt? Dem schnippischen Pfleger? Der netten Schwester? Dem Zellennachbar mit dem Wutproblem, der aber eine ganze Menge darüber zu wissen scheint, was an diesem gruseligen Ort vor sich geht und was das für Geräusche sind, die da aus den Weiten des Sanatoriums in unsere Zelle herüberwehen?

"The Inpatient" punktet mit einer überaus gelungenen Grusel-Atmosphäre. Vor allem die Klangkulisse treibt dem Spieler den einen oder anderen Schauer über den Rücken. Die Geschichte bedient sich des sogenannten Butterfly Effects. Sprich: Selbst kleine Entscheidungen des Spielers können große Konsequenzen haben und über Leben und Tod einzelner Figur entscheiden.

Technisch hat das Spiel das ein oder andere Problem, die Fortbewegung beispielsweise ist hakelig und quälend langsam. Doch dafür gibt es eine spannende Innovation: Die Dialoge können über die Sprachsteuerung geführt werden. Auf eine Frage bekommt man zwei Antwortmöglichkeiten und anstatt auf einen Knopf zu drücken, kann man einfach einen der beiden Sätze sprechen. So wird aus dem Spieler ein Schauspieler und zieht ihn noch ein Stück mehr in diesen irrwitzigen Alptraum hinein. Großartiger Grusel mit leichten Schwächen: "The Inpatient".

Zurück zur Übersicht

Der digitale Mensch (Bild: imago/Jochen Tack)

Digitales Leben

Erfahren Sie, was in der Netzwelt im Gespräch ist: Von Themen, die aktuell im Internet diskutiert werden, bis hin zu netzpolitischen Themen, Netzsicherheit und Technik-Trends. Außerdem schauen unsere Netzreporter ab und zu in ausländische Internetforen oder Blogs. Beiträge und Gespräche für Internet-Laien und Nerds.