Metalllrecycling im Westhafen (Bild: Karsten Zummack)
Karsten Zummack
Bild: Karsten Zummack

- Schätze aus der Schrottpresse - Metallrecycling im Westhafen

Seit mehr als 60 Jahren wird am Westhafen bereits Metall recycelt. Es kann klimafreundlich wieder aufbereitet werden für eine neue Nutzung. Doch das Potenzial wird längst noch nicht ausgeschöpft, klagt die Branche. Die Industrie brauche Anreize, alten Schrott wieder zu verwerten. Karsten Zummack hat sich auf dem TSR-Gelände im Westhafen für die Wirtschaftsdoku umgeschaut.

Fast im Minutentakt rollen Lastkraftwagen auf das Gelände der Recyclingfirma TSR am Westhafen, die dort 23 Mitarbeiter beschäftigt. Die Laster bleiben auf einer Waage stehen, die - in die Erde eingelassen – für den Laien kaum wahrzunehmen sind. Die Zahl wird auf dem sogenannten Wiegeschein notiert, den es für jeden Fahrer gibt, der hier Schrott ablädt. Bei jeder Ladung wird auch unsichtbar gemessen, ob sie radioaktiv ist.

Schrott für die Zukunft

Auf dem Areal türmen sich riesige 20 bis 30 Meter hohe Berge voller Waschmaschinen, Wäscheständer, Herde, Hubwagen, Kabel. Ausrangiert und trotzdem noch voller kostbarer Rohstoffe. TSR recycelt jedes Jahr etwa sieben Millionen Tonnen Metall, ist mit seinen insgesamt zweieinhalbtausend Mitarbeitern einer der beiden Marktführer in Deutschland.

Das Unternehmen schlägt jetzt gemeinsam mit seinem ärgsten Konkurrenten namens Scholz-Recycling öffentlich Alarm. Tenor: Deutschland nutzt die Chance der Rohstoffwende nicht. Statt hier Metall zu recyceln, werden lieber Erze in aller Welt gefördert.

Recycling schont Umwelt und Ressoucen

Vom Westhafen wird das zerschnittene Moniereisen per LKW oder Schiff weitertransportiert. Ein Frachtschiff ist nach Brandenburg/Havel zwei Tage unterwegs. Anders als Lebensmittel hat der Schrott Zeit. Im Stahlwerk selbst wird daraus neuer Stahl hergestellt. Das spart vor Ort viel Koks und Erze.

In der Stahlstadt betreibt TSR ein eigenes Recyclingwerk. Dort können komplette Autos in seine Einzelteile zerlegt werden. Rohstoffe, mit der sich in der Industrie neue Produkte herstellen lassen können. Die Branche leiste damit einen Beitrag zur CO²-Reduzierung und eine Antwort auf die zunehmende Ressourcenknappheit.

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Zentrale Deutsche Börse (Bild: dpa)
dpa

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