SYMBOLBILD: Schild mit den Logos von ARD, ZDF und Deutschlandradio, dazu der Schriftzug "Beitragsservice", Bocklemünd, Köln, 18.04.2016
imago/Future Image/C.Hardt
Bild: imago/Future Image/C.Hardt

- Was sagen die Nutzerinnen und Nutzer?

Der Rundfunk-Beitrag von 17,50 Euro pro Monat und Wohnung steht auf dem Prüfstand. Damit befasst sich seit heute das höchste Gericht in Karlsruhe. Die Verfassungsrichter müssen über vier Klagen verhandeln – sie kommen von Privatpersonen und dem Autovermieter Sixt. Die Kläger meinen: Die Abgabe sei eine verkappte „Demokratie-Steuer“. Und die dürften die Länder gar nicht erheben. Und sie müsse jeder zahlen – ob Nutzer oder nicht. Inforadio-Reporter Stephan Ozsváth hat Passanten zu Abgaben und Sender-Vorlieben gefragt.

Der junge Vater schiebt seinen Kinderwagen mit schlafendem Kind durch die Fußgängerzone. Er ist Tonmeister in der Berliner Philharmonie, sagt er – und er nutzt öffentlich-rechtliche Sender viel:

Inforadio morgens - generell Nachrichtensendungen, Internetangebote teilweise. Für mich sind öffentlich-rechtliche Sender immer noch die, von denen ich - was Nachrichten angeht - eine gewisse Qualität erwarten kann und wo ich vom sonstigen Unterhaltungsangebot im Moment noch nicht abgeschreckt genug bin. - Also ich finde, die Öffentlich-Rechtlichen könnten sich ein bisschen mehr darauf konzentrieren, den Privaten nicht in jeder Hinsicht hinterher zu rennen, sondern sich auf die Kompetenzen des Kulturauftrags konzentrieren. Denn da waren sie gut, da sind sie gut, und da können sie auch gerne gut bleiben. 

Kritisch sieht er manches auch. Bei manchen Produktionen, so sagt er, werde viel Technik und Personal eingesetzt, für vergleichsweise kleine Beiträge. Auch bei Sport-Ereignissen ginge es seiner Meinung nach mit weniger Aufwand und Geld. Zum Rundfunkbeitrag sagt er deshalb:

Ich glaube aber, dass man den Rundfunkbeitrag nicht reduzieren muss, aber die Erhöhung, die gerade von der ARD angestrebt wird, sehe ich auch nicht als zwingend notwendig an.

Inhaltliche Kritik von Rechtspopulisten

Gegen den Beitrag von 17,50 Euro pro Monat und Haushalt werden meist wirtschaftliche Gründe vorgebracht: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei zu teuer – acht Milliarden Euro nehmen die Sender durch den Beitrag ein - die Ministerpräsidenten der Länder rufen zum Sparen auf. Und inhaltliche Kritik kommt oft von Rechtspopulisten – und das europaweit: Sie alle werfen den öffentlich-rechtlichen Sendern das Gleiche wie diese Passantin in Berlin vor – politische Schlagseite.

Manchmal kommt es mir ein bisschen einseitig vor, von den Themen. Aber man wird da in eine Richtung gelenkt. - In welche denn? - Kann ich Ihnen jetzt kein spezielles Beispiel geben.

Hohe Glaubwürdigkeit

Was die Nutzer am öffentlich-rechtlichen Rundfunk schätzen, ist die Information. Das bestätigte Anfang des Jahres eine Infratest-Dimap-Umfrage im Auftrag des WDR. Die in der Studie Befragten attestierten den Programmen eine hohe Glaubwürdigkeit. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist deshalb für 83 Prozent auch „nicht verzichtbar“, gaben sie an. Diese Passanten nutzen fast ausschließlich öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Nachrichten... Abendschau... ARD und die Dritten Programme beispielsweise. ZDF, aber auch die Privaten natürlich. Und Rundfunk meistens Inforadio. - Also ich bin ein Anhänger der allgemeinen Gebührenordnung. Weil nur auf diese Art und Weise wir Sender haben, die unabhängig von wirtschaftlichen Interessen Inhalte vermitteln, die meines Erachtens wichtig sind.

Regionale Informationen

Dieser Rentner schätzt vor allem die lokale Information über Berlin. Allerdings muss er mit 200 Euro im Monat auskommen, erzählt er. Da sind 17 Euro 50 für Radio und Fernsehen im Monat viel Geld.

Die Gebühren finde ich nicht so gut. Aber mit dem RBB bin ich sehr zufrieden.

Nach einer Umfrage von YouGov vom Februar finden 44 Prozent der Befragten den Rundfunk-Beitrag zu hoch. 43 Prozent wollen ihn gar nicht mehr zahlen.