Eine Mann sitzt an einem Tisch mit Weinflasche und Glas; im Hintergrund ein Mädchen.
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- Aktionswoche: Kinder aus Suchtfamilien

"Die schlimmsten Verletzungen fügen Drogen Menschen zu, die selbst keine Drogen nehmen: Es sind die Kinder von Alkoholkranken oder anderen Süchtigen" - so heißt es bei NACoA Deutschland, der Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, findet eine bundesweite Aktionswoche statt. Neben NACoA sind auch andere Vereine und Organisationen beteiligt. Was hat es mit dieser Woche auf sich? Norbert Hansen aus der Inforadio-Redaktion bringt es auf den Punkt.

Die Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien soll diesen eine Stimme geben; auf deren Schicksal aufmerksam machen. In ganz Deutschland finden dazu Veranstaltungen statt. Jeder kann mitmachen, zum Beispiel Infomaterial verteilen, an Schulen, Kindergärten, Kinderarztpraxen oder Jugendeinrichtungen. Sucht-Selbsthilfeverbände können die Woche besonders nutzen, ihre Angebote für Kinder und ihre suchtkranken Eltern vorzustellen. Das Ziel: immer mehr Kinder suchtkranker Eltern sollen Unterstützung bekommen.

Laut Suchtbericht der Bundesregierung kommt etwa jedes sechste Kind in Deutschland aus einer Familie mit Alkoholismus oder anderer Drogenabhängigkeit, wie Herion oder Glücksspiel. Von den insgesamt rund 3 Millionen ist mit 2,6 Millionen der überwiegende Teil von Alkohol betroffen. Die Dunkelziffer wird aber weit höher geschätzt. Diese Kinder haben ein erhöhtes Risiko, selbst eine stoffliche Sucht zu entwickeln - oder eine psychische oder soziale Störung. Sie sind eher von häuslicher Gewalt und Armut betroffen.

Die Woche findet in diesem Jahr zum zehnten Mal statt, jedes Jahr in der Woche rund um den Valentinstag am 14. Februar. Schirmherrin ist die Schauspielerin Katrin Sass. Außer in Deutschland findet die Aktionswoche auch in den USA, Großbritannien, Schweden, Slovenien und der Schweiz statt.

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Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien