Ein Schild mit der Aufschrift "Genfood", aufgenommen vor einem gentechnisch veränderten Maiskolben auf einem Feld (Bild: Zentralbild)
Patrick Pleul/Zentralbild/dpa
Bild: Patrick Pleul/Zentralbild/dpa

- Was ist die Crispr-Methode?

Der europäische Gerichtshof hat entschieden: Auch Organismen, die mit der so genannten Crispr-Methode verändert wurden, gelten als gentechnisch verändert und sind in den Mitgliedsländern der EU deshalb entsprechen zu prüfen und zu kennzeichnen. Was diese so genannte Gen-Schere kann und wie sie funktioniert, das bringt Inforadio-Redakteurin Marie Asmussen auf den Punkt.

Mit der Gen-Schere CRISPR können Wissenschaftler aus der DNA eines Lebewesens - egal ob Tier, Pflanze oder Mensch - ganz gezielt bestimmte Erbinformationen herausschneiden, andere einfügen oder die Reihenfolge ändern. Beispielsweise, um Getreide unempfindlich zu machen gegen Trockenheit oder Schädlinge.

Anders als bei der herkömmlichen Gentechnik setzt die Schere exakt dort an, wo sie soll. Und mit dem Verfahren kann man die DNA nach Bedarf umbauen, ohne fremde Gene einzuschleusen.

Es handelt sich also quasi um eine beschleunigte Evolution, um Züchtung im Zeitraffer. Statt wie bisher über Jahrzehnte Pflanzen mit bestimmten Eigenschaften zu kreuzen und dabei auch zufällige Mutationen zu nutzen, lässt sich das Erbgut mit der Gen-Schere deutlich schneller und gezielter verändern.

Viele Wissenschaftler glauben, dass dieses Verfahren der Menschheit einen größeren Nutzen bringen wird als alle anderen Neu-Entdeckungen der letzten hundert Jahre. Auch in der Humanmedizin, beim Heilen von Krebs oder Erbkrankheiten. Schon jetzt arbeiten Forscher weltweit mit der Gen-Schere. Iher Einsatz gilt als vergleichsweise preiswert, einfach und effizient.

Umweltschützer schließen aber nicht aus, dass das Verfahren unerwünschte Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringt.

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