Eine ältere Dame mit Mundschutz sitzt nachdenklich auf einer Bank. (Bild: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Weber/ Eibner-Pressefoto)
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Folge #10 vom 06.03.2021 - Ein Jahr Corona-Maßnahmen - wie Pathogene und Menschen sich gegenseitig beeinflussen

Welche Auswirkungen haben die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung auf die psychische Gesundheit? Und umgekehrt, wie wirken sich die Maßnahmen auf das Virus aus? Diesen Fragen geht Thomas Prinzler zusammen mit seinen Gästen in der zehnten Ausgabe des LNDW-Podcasts nach.

Anfang März 2020 wird immer deutlicher: Die neue, durch ein Coronavirus ausgelöste und COVID-19 genannte Krankheit hat sich zur Pandemie entwickelt. Auch in Deutschland breitet sich das Virus immer schneller aus. Mitte März 2020 erlahmt in Deutschland das öffentliche Leben, ehe es ab dem 22. März zum Lockdown kommt. Mit den psychischen Folgen der Pandemie und wie sie sich weiterentwickelt, damit beschäftigen sich die Gäste von Wissenschaftsredakteur Thomas Prinzler.

Dr. Eva Asselmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie an der Humboldt Universität Berlin. In der „Arbeitsgruppe Persönlichkeitspsychologie“ beschäftigt sie sich unter anderem mit der Frage, welchen Einfluss einschneidende Lebensereignissen auf die Entwicklung der Persönlichkeit haben. In Studien zu den psychischen Folgen der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie kommt sie u.a. zu dem Ergebnis, dass es vor allem die Jüngeren sind, die im Lockdown von Einsamkeit betroffen sind.

Felix Michael Key erforscht am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie die Evolution der Pathogene. Dabei geht es ihm und seinem Team vor allem darum, die genetischen Mechanismen und phänotypischen Variationen aufzudecken, die der Entstehung und Anpassung von infektiösen Mikroben zugrunde liegen. Diese Erkenntnisse geben auch Auskunft darüber, wie das Coronavirus auf den Menschen überspringen konnte und wie wir uns auf künftige Mutationen des Coronavirus (und anderer Pathogene) einstellen können.

 

Chronik der Pandemie in Deutschland

Ende Januar 2020 kam es im Umfeld des bayrischen Unternehmens Webasto zu den ersten Corona-Erkrankungen Deutschland. Der Februar verging. Obwohl das Virus im Land war, schien die Lage nicht weiter dramatisch. Es wurde Karneval gefeiert, man genoss die Winterferien und ahnte nicht, was sich in Orten wie Ischgl bereits zusammenbraute. Dass die neue Krankheit erst am 11. Februar ihren Namen "COVID-19" erhielt, war kaum mehr als eine Randnotiz. Ende Februar spitzt sich die Lage dann zu. Norditalien meldet zahlreiche Ausbrüche, Südtirol wird zum Risikogebiet erklärt. Anfang März wird im bayrischen Ort Mitterteich die erste Ausgangssperre verhängt. Am 9. März werden aus NRW die ersten Todesfälle gemeldet. Am 10. März melden erstmals alle Bundesländer Infektionen. Die Kreisstadt Heinsberg gilt als erster Hotspot in Deutschland.

Am 11. März erklärt die WHO, dass sich neue Krankheit über den gesamten Globus verbreitet hat. Von nun an ist von der COVID-19-Pandemie die Rede. Am 12./13. März schließen Kulturbetriebe, auch die Fußball-Bundesliga pausiert. Am 16. März verhängt Bayern den Shutdown. Am 17. März stuft das RKI das Infektionsrisiko in Deutschland erstmals als "hoch" ein. Tags darauf wendet sich Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Bevölkerung mit dem zentralen Satz: "Es ist ernst. Nehmen sie es auch ernst." Das öffentliche Leben erlahmt in diesen Tagen bereits, ehe am 22. März der erste Lockdown in Kraft tritt. Das zentrale Kontaktverbot bleibt bis zum 3. Mai bestehen.

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Was ist wissenswert in Naturwissenschaft und Technik? Auf diese und andere Fragestellungen rund um Wissenschaft und Forschung geben Thomas Prinzler und Kollegen Antworten.