Schülerinnen streiten sich im Unterricht um ein Handy (Bild: imago images / Panthermedia)
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- Wie lernen Lehrer, mit schwierigen Situationen umzugehen?

Lehrer müssen oft knifflige Aufgaben lösen: Etwa wenn Schüler den Unterricht stören oder Eltern mitentscheiden wollen, welche Note ihr Kind bekommt. Wie werden Lehrer auf solche Situationen in ihrer Ausbildung vorbereitet? Ute Schuhmacher bringt es auf den Punkt.

Der Umgang mit schwierigen Schülern und Eltern ist kein verpflichtender Bestandteil des Lehramtsstudiums. Ab und zu taucht das Thema bei den Erziehungswissenschaften auf, aber die Erziehungswissenschaften machen nur einen relativ kleinen Anteil des Lehramtsstudiums aus. Bei Quereinsteigern ist das Thema ein Teil im Einstiegskurs. Der dauert meist ein halbes Jahr, manchmal auch ein ganzes.

Praktika und Referendariat entscheidend

 

Aber egal ob Lehramtsstudium oder Quereinstieg: In den Praktika und dem Referendariat lernen angehende Lehrerinnen und Lehrer meist mehr über den Umgang mit schwierigen Schülern und Eltern als in den Theoriekursen davor, sagt der Bereichsleiter Lehrerbildung der GEW, Alexander Reich. Das Referendariat absolvieren Lehramtsstudiumabsolventen genauso wie die Quereinsteiger. Und im Referendariat sind sogenannte „Unterrichtsstörungen“ Teil von zwei Seminaren. Allerdings liegt es auch hier im Ermessen der Seminarleitung, wie viel Zeit konkret auf dieses Thema verwendet wird.

Situation der Seiteneinsteiger

 

Ganz anders sieht es für Seiteneinsteiger aus: Sie machen kein Referendariat und es gibt noch immer keine feste Ausbildungsstruktur, lediglich einige Angebote, die die Basics des schulischen Tuns vermitteln sollen. Der Umgang mit schwierigen Schülern ist ein Teil davon.

Damit sind Seiteneinsteiger am schlechtesten auf schwierige Schüler und Eltern vorbereitet.

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Ein volles Klassenzimmer.
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