Ein Mundschutz hängt in einer Hausarztpraxis in einem Behandlungszimmer über einem Arztkittel.
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- Hausarzt: "Wir kämpfen an vorderster Front"

Die Hausärztinnen und -ärzte sind in der Corona-Pandemie die wichtigsten Anlaufstellen für die Bevölkerung. Die Praxen führen einen Großteil der Tests durch und werden auch beim Impfen gefordert sein, erklärt Hausarzt Wolfgang Kreischer. Er will dabei mehr Mitsprache.

Wolfgang Kreischner ist Hausarzt, hat seine Praxis in Berlin-Zehlendorf und ist auch Vorsitzender des Hausärzteverbands Berlin und Brandenburg e.V. Er fordert, dass die Hausärzte in die Impfstrategie besser eingebunden werden, denn sie kennen demnach die Risikogruppen und wissen "am besten, wer geimpft werden muss."

Allerdings betont Kreischer auch, dass die Voraussetzungen für den BioNTech-Impfstoff - etwa die Lagerung bei -70 °C - in den Arztpraxen nicht umsetzbar seien. Daher werden diese Impfungen in den Impfzentren vorgenommen werden müssen.

Anders als die bisherige Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Spahn, fordert der Vorsitzende des Hausärzteverbands, erst medizinisches Personal, Polizisten und Feuerwehrleute und erst danach Riskogruppen zu impfen. "Politik sollte auf Hausärzte hören, denn wir kämpfen an vorderster Front", sagt er.

"Es wird weitere Impfstoffe geben. Und dann sollten die Impfungen auch in den Hausarztpraxen möglich sein." Er hoffe darauf, dass es Anfang des nächsten Jahres soweit ist.

Derzeit gebe es in den Hausarztpraxen die Nachfragen nach Tests, aber auch vermehrt Telefon- und Videosprechstunden: "Der Aufwand ist wesentlich größer als in normalen Zeiten", so Kreischer.

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