ARCHIV - 10.08.2020, Berlin: Sandra Scheeres (SPD), Bildungssenatorin beim Besuch einer Grundschule in Kreuzberg.
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- Scheeres: "Wichtig, dass die gesunden Kinder beschult werden"

Am ersten Tag nach den Herbstferien mit hohen Corona-Infektionszahlen verteidigt Senatorin Sandra Scheeres (SPD) den weitgehenden Normalbetrieb an den Berliner Schulen. Luftfilter seien an drei Schulen im Test, die vierstufige Alarmampel für jede Schule greife ab Donnerstag.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat den weitgehenden Normalbetrieb an Berliner Schulen nach den Herbstferien trotz hoher Corona-Infektionszahlen verteidigt. "Es ist uns wichtig, dass die gesunden Kinder beschult werden", sagte sie im Inforadio. Kitas und Schulen seien "keine Corona Hotspots".

Alarmplan für Schulen: grün, gelb, orange und rot

Gemeinsam mit Wissenschaftlern und Schulpraktitkern habe der Senat einen Stufenplan mit den Farben grün, gelb, orange und rot erarbeitet. Schulaufsicht und Leitung des jeweiligen Gesundheitsamtes entscheiden demnach immer donnerstags, in welcher Schule welche Alarmstufe herrsche, so Scheeres. Die Schulleitungen selbst seien nicht in der Lage eine solche gesundheitliche Einschätzung zu treffen.

Scheeres: Entscheidungen nachvollziehbar machen

Es gebe nun dieses "systematische Verfahren", damit die Entscheidungen nachvollziehbar seien, sagte Scheeres. Das sei auch der Wunsch vieler Eltern gewesen.

Drei Luftfilter an Schulen im Test

Zur Kritik an den eingesetzten CO2-Messgeräten in den Klassenräumen sagte Scheeres: Diese seien nicht nutzlos. Lüften sei auch unabhängig von Corona wichtig. Es gebe drei Luftfilter im Test an Berliner Schulen. Sie seien aber nicht unumstritten, etwa was die Lautstärke angehe.

Hintergrund

Berlins Corona-Stufenplan

An Berliner Schulen greifen nach den Herbstferien strengere Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Ab Montag gilt für Schüler der Oberstufe sowie aller Berufsschulen und Oberstufenzentren eine Maskenpflicht auch im Unterricht, wie die Bildungsverwaltung am Donnerstag mitteilte. Bislang müssen Berliner Schüler den Mund-Nasen-Schutz lediglich außerhalb des Unterrichts auf Fluren, in Treppenhäusern oder in den Toilettenräumen verpflichtend tragen.

Regelungen für die erste Schulwoche

Die neuen Regeln gelten auch für Lehrer an den betreffenden Schulen. Ebenfalls neu: An allen Schulen müssen Lehrkräfte und anderes Schulpersonal eine Mund-Nasen-Bedeckung in Gemeinschaftsräumen tragen, etwa in Lehrerzimmern.

Die Neuerungen betreffen laut Bildungsverwaltung zunächst nur die erste Schulwoche nach den Ferien. Dann tritt ein schon vor den Ferien beschlossener Stufenplan in Kraft, bei dem je nach Zahl der Corona-Infektionen für jede Schule individuelle Regeln festgelegt werden.

Wöchentliche Prüfung des Infektionsgeschehens

Der Plan umfasst die vier Stufen Grün, Gelb, Orange und Rot. Für jede Schule sollen die Behörden einmal pro Woche prüfen und entscheiden, in welche Stufe diese angesichts des Infektionsgeschehens eingeordnet wird. Darauf, so die Idee, basieren dann unterschiedlichste Maßnahmen, etwa strengere Hygienevorkehrungen bis hin zu einer Maskenpflicht im Unterricht, Einschränkungen für gemischte Lerngruppen oder eine Kombination von Schul- und Heimunterricht.

Die nun geplante Maskenpflicht im Unterricht für ältere Schüler - die Oberstufe umfasst die Klassen 11 bis 13 - entspricht der Stufe Gelb des Stufenplans.

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