Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD)
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- Kalayci: "Dann bleibt nur noch der Lockdown"

Berlin verschärft wegen hoher Infektionszahlen die Regelungen zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit. Eine Maske sei künftig Pflicht auf Floh-, Wochen- und Weihnachtsmärkten. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) schließt einen zweiten Lockdown nicht mehr aus.

In Berlin gibt es neue Einschränkungen: eine Maskenpflicht auf Einkaufsstraßen, Wochenmärkten und Flohmärkten oder wenn man irgendwo in der Schlange stehen muss – überhaupt, wenn man den Abstand auf der Straße nicht einhalten kann, dann empfiehlt der Senat die Maske dringend; dazu kommen neue Kontakt-Beschränkungen. Nur noch 25 Personen bei privaten Feiern draußen, drinnen nur noch die Angehörigen eines Haushalts plus fünf weitere Personen.

Soziale Kontakte sollten minimiert werden

 

Dilek Kalayci von der SPD ist Berliner Gesundheitssenatorin und erklärt die Basis Ihrer Entscheidungen, also wie begründet es sich, dass 25 Personen draußen feiern dürfen? "Dafür müsste es auch Konsens geben, wir sind ja drei Parteien in der Regierungskoalition“. Aus ihrer Sicht sollte man ohnehin im öffentlichen Raum Maske tragen und die sozialen Kontakte sollten deutlich minimiert werden. Dies sei das Wichtigste und so könne jeder einen Beitrag leisten.

"Das Infektionsgeschehen bundesweit ist sehr bedeutend. (…) Es ist sehr diffus“, so Kalayci. Uns bleibe hier gar nichts anderes übrig als die allgemeinen Regeln stärker durchzusetzen, das hieße Kontakte zu minimieren auf das Nötigste, Abstand halten, Mund-Nase-Bedeckung tragen. Darüber hinaus habe man gar nicht mehr Mittel zur Verfügung. "Dann bleibt nur noch der Lockdown", sagt Kalayci.

Keine Planspiele mit einem bundesweiten Lockdown

 

Allerdings sollte man dies nicht bundesweit planspielerisch testen, wie jetzt von Pankows Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) vorgeschlagen. "Wenn wir die Infektionszahlen nicht runter kriegen, dann steht der Lockdown ohnehin vor der Tür“, sagt Kalayci.

Jetzt gebe es eine Diskussion über das Vorgehen der Gesundheitsämter. Neukölln zum Beispiel schafft es mit den hohen Zahlen nicht, alle positiv getesteten am gleichen Tag noch zu informieren. Da hat gestern der Reinickendorfer Amtsarzt Patrick Larscheid den Vorschlag gemacht, dass man die Strategie ändert, dass die Gesundheitsämter nicht mehr alle Infektionsketten gleich behandeln sondern die besonders gefährdeten priorisieren. Und der Regierende Bürgermeister Michael Müller habe gesagt: Wir müssen Schwerpunkte setzen. Dies sei eine der Lage angepasstes Vorgehen, sagt Kalayci.

Allgemeinverfügung der Bezirke

 

Kalayci gehe es hier besonders um die Allgemeinverfügung, die von den Bezirken auf den Weg gebracht wurde. Diese besage: "Jeder, der weiß, dass er positiv ist, hat sich in Selbst-Isolation zu stecken", und nicht erst, wenn das Gesundheitsamt bei einem vorstellig werde. Ebenso wenn man wisse, dass man Kontakt zu einem positiven Patienten gehabt habe. Natürlich setzten die Gesundheitsämter hier zunächst auch einen Fokus auf die Pflegeheime.