28.01.2020, Nordrhein-Westfalen, Oberhausen: Eine Frau trägt vor einer Apotheke eine Mund- und Nasenmaske. Der erste Fall des Corona-Virus in Deutschland hat die Nachfrage nach Atemmasken in Apotheken stark erhöht. Ein Infektionsexperte hält dagegen Schutzmaßnahmen von Bürgern wie das Tragen von Mundschutz derzeit für unnötig.
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- Was bringt ein Mundschutz?

Das Coronavirus hat sich über die Grenzen von China ausgebreitet. An Flughäfen gehören Atemschutzmasken fast schon zur Standardausrüstung. Doch wie nützlich sind sie Masken und schützen sie wirklich vor einer Ansteckung? Franziska Hoppen klärt die wichtigsten Fragen rund um die Schutzmaske.

Was bringt ein Mundschutz?

Das Robert Koch Institut sagt: Die Atemmaske sei sinnvoll, um andere nicht anzustecken, um den Virus bei sich zu behalten. Wer eine akute Atemwegsinfektion habe und trotzdem unter Menschen muss, mit der U-Bahn zum Arzt zum Beispiel, der könne einen Mund- und Nasenschutz tragen. Das könnte beispielsweise ein chirurgischer Mundschutz sein. Der fange zumindest Tröpfchen ab, die durch Husten und Niesen entstehen auf – sodass sich die anderen Fahrgäste nicht anstecken könnten.

Das funktioniere aber auch nur, wenn die Maske richtig sitzt. Sie müsse eng anliegend getragen werden und bei Durchfeuchtung, also wenn oft geniest und gehustet wurde, auch gewechselt werden. Wenn die Maske einmal sitzt, sollte sie nicht mehr verändert werden, denn dann könnte doch eine kleine Lücke entstehen, wo Viren ihren Weg finden könnten. Die Weltgesundheitsorganisation weise nochmal darauf hin: Einmalmasken auch wirklich nur einmal zu verwenden und sich danach die Hände zu waschen.

Hilft der Mundschutz auch davor, Ansteckungen zu vermeiden?

Da sagt das Robert Koch Institut: Es gebe keine hinreichenden Beweise dafür, dass das der Fall sei. Dass eine Atemmaske das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person verringert, kann man so nicht sagen.

Was hilft denn dann?

Oft und ordentlich die Hände waschen, mindestens 30 Sekunden lang, einmal überall einseifen und danach den Wasserhahn am besten mit dem Ellbogen zumachen, empfiehlt das Robert Koch Institut.

 

Nicht in die Handfläche Husten und Niesen, besser sei es in die Armbeuge oder ein Taschentuch zu nießen. Das Taschentuch sollte danach sofort in den Müll wandern. Zu krankheitsverdächtigen Personen sollte ein Mindestabstandt gewahrt werden. Die allgemeine Empfehlung läge hier bei einer Armlänge. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt weiter, in der Öffentlichkeit nicht auf den Bode zu spucken. Die Hände könnten hin und wieder auch mit Alkohol desinfiziert werden.

Besteht die Gefahr, dass sich das Virus über importierte Lebensmittel oder über Gegenstände und Oberflächen verbreitet?

Das Robert Koch Institut und auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sagen, dass das eher unwahrscheinlich sei. Die Übertragung mit dem Coronavirus erfolge über Sekrete.  Würden diese Sekrete an die Hände und die Hände dann zum Beispiel wieder an den Mund gelangen, dann könne eine Übertragung stattfinden. Deswegen sei aber Händewaschen so wichtig und auch, dass man darauf achte, dass man sich mit dem Händen nicht ins Gesicht fasst. Ob das Coronavirus in flüssigem oder getrocknetem Material mehrere Tage überleben kann sei unbekannt. Den Instituten seien aber bisher keine Infektionen durch importierte Gegenstände oder Lebensmittel bekannt.

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