Symbolbild: Corona-Maßnahmen
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- Ethikrat zu Coronaregeln: "Differenzierter, aber strikt"

Ab 2. November gilt ein kleiner Lockdown, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Den Menschen wird einiges abverlangt. Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, erklärt, warum die neuen Regeln wichtig sind. Sie fordert aber auch mehr Beteiligung an den Entscheidungen.

Laut Umfragen gebe es "immer noch eine sehr große Mehrheit, die auch wirklich strikte und sehr einschneidende Maßnahmen auch mitträgt", sagt Alena Buyx, Professorin für Medizinethik und Vorsitzende des Deutschen Ethikrates. Das sind demnach etwa 85 Prozent. In den Befragungen zeige sich aber auch, dass es den Menschen zunehmend schwerfalle, "weil das ein Marathon ist."

"Wir müssen einfach alle miteinander jetzt nochmal alle Ressourcen aufbringen, um durch die nächsten Monate zu kommen", appelliert Buyx. Sie halte es für schwierig, einzelne Gruppen oder Verhlatensweisen für die aktuelle Lage verantwortlich zu machen. "Alle, wir alle, haben über den Sommer ein Stück Freiheit genossen und vielleicht gehofft, das Ganze ist nicht mehr so schlimm oder ist vorbei." in der Zwischenzeit habe sich das Virus in der Breite verteilt.


"Wir sind da alle miteinander drin"



Die jetzigen Maßnahmen seien besonders spürbar, weil alles, was Spaß mache, was mit Freizeit und Erholung zu tun habe, zu mache. Dennoch sei der erneute Lockdown anders als im Frühjahr, erklärt die Ethikratsvorsitzende. Denn Schulen und Kitas blieben offen, es gebe keine Isolierungen im Pflegebereich und die Arbeit laufe weitestgehend weiter. "Das ist differenzierter als im Frühjahr, es ist dennoch strikt und schwer."

Wenn jetzt nichts passiere, wäre das Gesundheitssystem in Deutschland in vier Wochen überlastet, erklärt die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates. Für die Akzeptanz in der Bevölkerung sei es wichtig, dass es mehr Beteiligung in Richtung der Bürger gibt, betont Alena Buyx. Dazu gehöre die parlamentarische und auch die Bürgerbeteiligung.

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