Pendler in China tragen Schutzmasken und verlassen eine U-Bahn-Station (Bild: dpa)
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- Corona in China: "Der Schock von Wuhan sitzt tief"

In China sind zuletzt offiziell 24 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Verena Menzel stammt aus Darmstadt und ist Übersetzerin in China. Warum sie die offiziellen Zahlen für realistisch hält und wie die Menschen im Land mit Maßnahmen umgehen, darüber hat sie im Interview gesprochen.

Von Corona bekomme man noch einiges mit, erklärt Verena Menzel. Sie stammt aus Darmstadt, lebt seit rund zehn Jahren in China, arbeitet dort als Übersetzerin und betreibt eine online-Sprachschule für Chinesisch. Oft werde die Temperatur gemessen und viele Menschen tragen freiwillig einen Mund-Nasen-Schutz auch außen, berichtet Menzel. Vorgeschrieben sei dieser in Geschäften und geschlossenen Räumen.

"Der Schock von Wuhan, der sitzt natürlich tief. Und der hat in den Köpfen der Menschen auch festgesetzt", so die Übersetzerin. Die Bilder vom Frühjahr seien noch immer präsent. Deshalb werde bei neuen kleinen Ausbrüchen intensiv vorgegangen, unter anderem werde viel getestet. "Die Leute machen auch mit."

"Halte Zahlen für realistisch"

 

Zudem gebe es viel Akzeptanz für die Corona-App in China. Diskussionen gebe es über Gesichtsscanner, die die Temperatur messen und dabei die Gesichtsdaten erfassen, erklärt Menzel.

Nach persönlicher Einschätzung hält die Übersetzerin die offiziellen Zahlen über Neuerkrankungen für realistisch, "insofern, dass ich im persönlichen Umfeld, im Bekannten- und Freundeskreis in anderen Städten in China keine Eindrücke von anderen geschildert bekomme, dass es da irgendwelche großen Ausbrüche gebe, die vertuscht würden."

Dass Menschen in Europa gegen eine Maskenpflicht protestierten, sei für die Chinesen schwierig nachvollziehbar, erklärt Veronika Menzel.

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