Barrie Kosky Leitung Komische Oper Berlin (c) Jan Windszus Photography
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Bild: (c) Jan Windszus Photography

- Intendant Kosky zur Corona-Zwangspause: "Es ist schmerzhaft"

Opernhäuser müssen wie andere Kultureinrichtungen den ganzen November über schließen. Das mache ihn traurig und wütend, sagte der Intendant der Komischen Oper Barrie Kosky. Vor allem weil das Hygienekonzept "Fünf Sterne" wert gewesen sei.

Der Intendant der Komischen Oper Barrie Kosky berichtet angesichts der Corona-Zwangspause in der Kultur von Enttäuschung. "Wir sind traurig und voll von Wut und Zorn." Vom 2. November an sollen alle Kultureinrichtungen in Deutschland für mindestens einen Monat schließen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Gottesdienste ja, Theater nein

"Wir müssen mit dieser Pandemie leben", so Kosky. Dennoch habe er Bedenken, was die neuen Maßnahme angehe: "Es ist erlaubt, Gottesdienste zu machen, aber nicht ins Theater zu gehen." Das sorge für Augenrollen bei ihm. Hinzu komme, dass das Hygienekonzept der Komischen Oper "Fünf Sterne"-mäßig gewesen sei. Das Publikum habe sich sicher gefühlt. "Ja, es ist schmerzhaft."

Proben trotz Zwangspause

Man müsse aber auch pragmatisch sein, meinte Kosky. Es sei die Pflicht als Kulturinstitution, weiter zu machen. Die Proben würden auch während der Zwangspause weitergehen. Und es gebe die Hoffnung, dass es im Dezember weiter gehen kann.

Sorge um Selbstständige

Im Frühjahr hatte Kosky einen neuen Spielplan für 2020 fast ausschließlich mit dem eigenen Ensemble gemacht. Verschiebungen seien deshalb nicht so gravierend für die Komische Oper. Seine Sorge gelte aber den selbstständigen KünstlerInnen, so Kosky.