Wissenschaft - ganz groß und ganz klein

Der Wissenschaftler Alexey Melnikov demonstriert am 11.12.2017 in einem Laserlabor der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) die Arbeitsweise eines neuen Hochleistungslasers.
dpa-Zentralbild

Zweiter Weihnachtstag im Inforadio -

Wir blicken heute den ganzen Tag lang auf große Forschungsprojekte wie den Röntgenlaser European XFEL oder der Teilchenbeschleuniger Sesame in Jordanien, mit denen Blicke in die kleinsten Strukturen der Materie gelingen. In Gesprächen mit Experten geht es um große Themen wie Energiewende oder Hightech in der Archäologie. Bürger schaffen Wissen - über Bürgerbeteiligung in Wissenschaft und Forschung reden wir ebenso wie noch einmal über die Aktion Kleine Tiere ganz groß.

Sesame Beschleunigerhalle (Bild: Anna Osius)
Anna Osius

Sesame - Projekt der Völkerverständigung

Wir schauen auf ein außergewöhnliches Projekt, das kleinste Dinge sichtbar machen soll: Ein Teilchenbeschleuniger, der Synchrotronstrahlung erzeugen soll, mit der man in das Innerste der Materie blicken kann. Die wissenschaftliche Großforschungseinrichtung steht nicht in Europa oder Amerika, sondern im Nahen Osten, getragen von Ländern wie Ägypten und Pakistan, aber auch Israel und Palästina. Thomas Prinzler informiert.

Prof. Helmut Dosch
Inforadio/T.Prinzler

Phänomenal - European XFEL

„Man wird mit diesem Röntgenlaser den heiligen Gral der Chemiker live anschauen können“, schwärmt Helmut Dosch von den Möglichkeiten des European XFEL. Man könne live zuschauen, wie eine chemische Bindung entstehe und wieder aufbreche. Der wissenschaftliche Vorstandschef des Hamburger Forschungszentrums DESY konnte am 1. September mit europäischer und deutscher Politik- und Wissenschaftsprominenz das europäische Großprojekt einweihen. Thomas Prinzler  hat im August den European XFEL besucht und mit Prof. Dosch über die Möglichkeiten dieser Anlage gesprochen.

Blick in den 3,4 Kilometer langen Tunnel von XFEL
Inforadio/T.Prinzler

XFEL: Ein Blick in den "heiligen Gral der Chemiker"

Einen Blick in das ganz Kleinste erlaubt seit diesem Jahr ein ganz besonderer Röntgenlaser – der European XFEL in Hamburg. Thomas Prinzler hat ihn vor dem Start im September besucht und konnte in die Tiefen des Teilchenbeschleunigers schauen.

Depot der Käfersammlung im Naturkundemuseum Berlin
rbb/Prinzler

Kleine Tiere ganz groß

Im Berliner Naturkundemuseum gibt es rund 30 Millionen Objekte, darunter viele Spinnen, Insekten und Krebse. Die meisten von ihnen sind weder wissenschaftlich beschrieben noch haben sie einen Namen. Eine Aktion von rbb Inforadio Anfang Dezember sollte Abhilfe schaffen für vier dieser kleinen Tiere. Thomas Prinzler stellt sie vor.

Treffpunkt Wissenswerte mit Diskussionsteilnehmern v.li. nach re.: Thomas Prinzler, Dr. Christopher Kyba, Dr. Wiebke Rössig, Agnes Kirchhoff, Markus Weißkopf
TSB/Scherer

Bürger*Innen machen Wissenschaft

Schon immer waren Bürgerinnen und Bürger an der Natur interessiert. Sie zogen mit Botanisiertrommel, Fernglas und manchmal auch mit Pinsel und Schippe durch die Lande, nutzen heute Sensoren, Apps und Internetseiten. Sie entdecken Vögel, Sterne, Feinstaubkonzentration und alte Knochen, die für die Wissenschaft oft von großer und einmaliger Bedeutung sind. Beim 92. Treffpunkt WissensWerte geht es um die Frage, wie sinnvoll Bürgerbeteiligung für die Wissenschaft ist und wo die Grenzen von Citizen Science und Bürgerengagement liegen. 

Hände halten ein kleines Glasbehältnis mit Mücken
imago/Danita Delimont

Bürgerbeteiligung in der Wissenschaft

Schon immer waren Bürgerinnen und Bürger an der Natur interessiert. Sie zogen mit Botanisiertrommel, Fernglas und manchmal auch mit Pinsel und Schippe durch die Lande, nutzen heute Sensoren, Apps und Internetseiten. Sie entdecken Vögel, Sterne, Feinstaubkonzentration und alte Knochen, die für die Wissenschaft oft von großer und einmaliger Bedeutung sind. Beim 92. Treffpunkt WissensWerte ging es um die Frage, wie sinnvoll Bürgerbeteiligung für die Wissenschaft ist und wo die Grenzen von Citizen Science und Bürgerengagement liegen.

Prof. Dr. Rolf-Dieter Heuer (Bild: Inforadio/Prinzler)
Inforadio

Der Teilchenbeschleuniger SESAME

Ein Synchrotron ist ein Teilchenbeschleuniger. Einer von den Anlagen weltweit heißt SESAME - das steht für Synchrotron Light for Experimental Science and Applications in the Middle East. Zu deutsch:  Synchrotron-Strahlung für Wissenschaft und Anwendung im Mittleren Osten. Was genau es mit diesem Projekt in Jordanien auf sich hat, erklärt Thomas Prinzler im Gespräch mit Rolf-Dieter Heuer, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Steuerungsgremiums, des Rates von SESAME.

Volker Quaschning
Silke Reents

Ohne Erneuerbare Energien geht es nicht

In dieser Ausgabe der Wissenswerte geht es um das Thema Klima und Energie. Volker Quaschning ist Professor für Regenerative Energien an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, HTW. Thomas Prinzler hat ihn gefragt, ob sein Blick zurück auf das Jahr 2017 ein "Blick zurück im Zorn" sei.

Gezeitenkraftwerk Rances
Peter Kaiser

Das Meer als Energielieferant

Als am 4. Dezember 1967 das "Usine marémotrice de la Rance" in der Bretagne zum weltweit ersten Mal Gezeitenstrom ins französische Stromnetz einspeiste, war nicht nur ein weiterer erneuerbarer Energielieferant geschaffen. Dieses Kraftwerk an der Mündung der Rances zum Atlantik hin war ein Novum. Bis 2011 war das bretonische Gezeitenkraftwerk das weltweit größte seiner Art, erst dann wurde es von einer südkoreanischen Anlage abgelöst. Doch diese Ingenieursmeisterleistung hat ihren Preis. Die enorme Biodiversität der Atlantikküste an dieser Stelle veränderte sich massiv. Peter Kaiser war in Saint-Malo und hat sich das Gezeitenkraftwerk angesehen.   

Archäologische Ausgrabungen
imago/epd

Hightech in der Archäologie

Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern, sagt André Malraux. Und zu diesem Blättern gehören auch archäologische Ausgrabungen. Eine der weltweit renommiertesten Einrichtungen dieser Art ist das seit 1829 existierende heutige Deutsche Archäologische Institut, DAI. Es ist dem Außenministerium angegliedert und agiert weltweit. Seine Zentrale ist seit 1832 in Berlin. Zunehmend gehört zu den klassischen Werkzeugen wie Spaten und Pinsel auch ein wissenschaftliches Instrumentarium wie Computertomograph und C14-Analyse zur Arbeit der Archäologen. Thomas Prinzler hat darüber mit dem Leiter der Naturwissenschaftlichen Abteilung des DAI gesprochen - mit dem Archäozoologen Prof. Norbert Benecke.

Nachinszenierung: Der Direktor des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte, Prof. Wilhelm Unverzagt (Michael Wöhning) begutachtet das "Große Diadem" aus dem "Schatz des Priamos". © rbb/Gundula Krause
rbb Presse & Information

Heinrich Schliemann - der Titan der Archäologie

Er gilt als einer der wichtigsten Archäologen der deutschen Geschichte: Heinrich Schliemann. Seiner eigenen Autobiografie zufolge bekam er 1829 im Alter von acht Jahren in seinem mecklenburgischen Heimatdorf ein Geschichtsbuch geschenkt, in dem das brennende Troja abgebildet war. Seitdem ließ ihn der Gedanke an die antike Stadt nicht mehr los - bis er sie und den sagenhaften "Schatz des Priamos" fünf Jahrzehnte später entdeckte. Maren Schibilsky porträtiert den "Titan der Archäologie".