Mo, 21.05.2012 | 11:55 Uhr
Mit meinem ersten Kassettenrekorder habe ich damals nicht nur die Hitparade aus dem Radio mitgeschnitten, sondern auch meine eigene Stimme. Selbst ausgedachte Mini-Kurzgeschichten mussten meine Eltern von da an immer ertragen. Eine Art Kassettenrekorder trage ich heute noch mit mir rum, allerdings sieht der Flash-Rekorder nur so altmodisch aus. Dafür bringt er jede Tonlage, Atmosphäre und ausreichend Zitate mit.
Meine Leidenschaft, im Radio Geschichten zu erzählen, habe ich inzwischen zum Beruf gemacht. Und als Reporterin und Korrespondentin hören mir hoffentlich mehr zu, als damals meine Eltern im Wohnzimmer.
Zum Studium (Politik, Literatur, Jura) ging ich als Norddeutsche ins Ländle nach Freiburg. Später zog es mich zurück ins echte Leben, weg aus der beschaulichen Schwarzwald-Idylle, hinein ins quirlige London, um bei der BBC in die journalistische Lehre zu gehen. Über ein halbes Jahr berichtete ich für die gute alte Tante und wäre das Leben auf der Insel nicht so teuer, säße ich noch immer da.
So aber zog es mich nach Berlin zum ehemaligen SFB ins Volontariat und anschließend in die rbb Inforadio Redaktion. Bis ich 2004 wieder raus durfte mit meinem Kassettenrekorder, zunächst nach Potsdam in die brandenburgische Landespolitik und dann über die Grenzen hinweg als Hörfunk-Korrespondentin nach London. Leider war es in UK wieder zu kurz, aber es gibt noch so viel Anderes zu entdecken.
Aktuell schaue ich Angela Merkel und ihrer Regierungs-Mannschaft auf die Finger – aus dem Hauptstadtstudio als bundespolitische Korrespondentin für den rbb und die angeschlossene Hörfunkgruppe. Nach wie vor mein ständiger Begleiter: der klobige Kassettenrekorder sowie jede Menge Neugier und der Drang, lebendige Geschichten zu erzählen.