Renée Zucker über die Auswirkungen der Ereignisse in Burma auf die Bloggerszene:
Erschütternd war es in den letzten Tagen, die verschiedenen burmesischen Blogs zu lesen, so weit sie in Englisch oder Deutsch übersetzt vorlagen - zum Teil waren es die gehetzt informierenden Nachrichten der verschiedenen Gruppen zwischen Rangun und Mandalay, oder die Beschreibungen von Angriffen des Militärs auf Klöster, Verhaftungen von Mönchen und das Beklagen von Morden.
Die internationalen Gruppen, zum größten Teil im Internet aktiv, die sich um das Verbreiten der Blogs von burmesischen Regimegegnern kümmern, haben nun den kommenden Donnerstag, den 4. Oktober zum Burma-Day erklärt. Virtuell, d. h. im Netz, wird alles unter dem Motto Free Burma laufen. In Italien gibt es den Vorschlag, dass alle Blogger an diesem Tag nur über Burma bloggen sollen. Der deutsche Basicthinking.de sieht die Sache realistischer, dass sich Blogger, für welchen guten Zweck auch immer, das Bloggen nicht dirigieren lassen wollen. Er schlägt einen Schweigetag, also einen Tag ohne Einträge vor, der vielleicht aus den soeben genannten Gründen auch nicht eingehalten wird. Mittlerweile gibt es jedenfalls eine Wiki-Seite und eine freeburma-site.
Am besten man guckt alles auf Basicthinking.de nach, da laufen die Informationen zusammen und werden zum Teil auch in so einer Sprache beschrieben, dass auch Nicht-Blog-Leser sie verstehen können.
Niemand von denen, die mitmachen, glaubt, eine Militärjunta zum Rücktritt bewegen zu können, aber diejenigen, denen die Ereignisse in Burma nicht egal waren, haben ein Diskussions-Forum gefunden, das immer größer zu werden scheint und auf Basicthinking heißt es: "Vielleicht ist es der Beginn der zunehmenden Politisierung der deutschen Bloggerszene", was zu begrüßen wäre.


