Was hat die 3. Islamkonferenz ergeben?
Erzbistum will 130 Stellen streichen: Messen ohne Musik?
10 Jahre American Jewish Committee in Berlin
Exorzismus-Zentrum in Polen
Was hat die 3. Islamkonferenz ergeben?
In der zweiten Märzwoche ging es gleich mehrfach um das Verhältnis der Mehrheitsgesellschaft zu ihren muslimischen Mitbürgern. So wollte ein frommer Berliner Gymnasiast zwischen einer Unterrichtsstunde und der nächsten das islamische Gebet verrichten – und das Verwaltungsgericht gab seinem Antrag statt. Es empfahl der Schule sogar, eigens dafür einen Gebetsraum einzurichten. Islamischer Religionsunterricht wird in Berlin zur Zeit nur an Grundschulen angeboten und zwar von Lehrkräften, die ihr Fach, wenn überhaupt, meist in der Türkei studiert haben. In Zukunft soll nun auch bundesweit islamischer Religionsunterricht eingeführt werden, auf deutsch und als ordentliches Unterrichtsfach. Zumindest in diesem Punkt waren sich die Teilnehmer der 3. Islamkonferenz einig, zu der Bundesinnenminister Schäuble am Donnerstag eingeladen hatte. Falko Wittig fasst die Ergebnisse zusammen.
Erzbistum will 130 Stellen streichen: Messen ohne Musik?
In fünf Jahren, so prophezeite die Unternehmensberatung McKinsey 2003, sollte das Bistum Berlin wieder schuldenfrei sein. Damals saß das Erzbistum auf einem Schuldenberg von 114 Millionen Euro, und war zuversichtlich, seine Finanzen mit einem strengen Sparkurs wieder in den Griff zu bekommen.
Erfüllt hat sich die Prognose von McKinsey jedoch nicht. Die Schulden wurden um den Preis von 440 Vollzeitstellen und der Zusammenlegung zahlreicher Gemeinden zwar gesenkt und auch der Haushalt des Bistums ist wieder ausgeglichen. Doch nun wurde bekannt, dass all diese Sparmaßnahmen noch nicht ausreichen. Es fehlt Geld für die Pensionsfonds, erklärt Georg Kardinal Sterzinsky, daher müssten nun noch mehr Stellen gestrichen werden. In vielen katholischen Gemeinden geht deshalb die Angst um, dass nun die Orgel bald stillsteht und die Messe in Zukunft ohne Musik gefeiert wird.
Wiebke Nieland berichtet.
10 Jahre American Jewish Committee in Berlin
Am 16. März reist Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Israel. Als erste ausländische Regierungschefin soll sie auch vor der Knesset sprechen. Am Mittwoch davor würdigte die Bundeskanzlerin die Arbeit des American Jewish Committee in Berlin. Vor über hundert Jahren wurde die Organisation von überwiegend deutschstämmigen Juden in New York gegründet. Eine Reaktion auf die Pogrome im zaristischen Russland. Durch Information und Dialog will das American Jewish Committee sich für eine Welt einzusetzen, in der alle Völker Achtung und Würde genießen. Mit rund 150.000 Mitgliedern und Spendern gehört das AJC inzwischen zu den wichtigsten jüdisch - amerikanischen Organisationen. Die Berliner Dependance feierte in diesen Tagen ihr 10jähriges Bestehen. Gerald Beyrodt stellt die Arbeit des Berliner Büros vor.
Exorzismus-Zentrum in Polen
Was für die meisten deutschen Christen ein Relikt aus dem Mittelalter ist, kommt nun offenbar wieder in Mode: Exorzismus. Auf Wunsch des Vatikans sollen künftig über 1000 neue Teufelsaustreiber weltweit eingesetzt werden. In der päpstlichen Universität Regina Apostulorum hat man bereits einen Kurs zur Ausbildung der Priester im Fach Exorzismus eingerichtet. Exorzisten gehen davon aus, dass schwere psychische Störungen bei Menschen durch Dämonen oder Geister ausgelöst werden. Im umstrittenen Ritual des Exorzismus werden diese beschworen, den Körper und die Seele der betroffenen Person zu verlassen. In Polen ist man schon einen Schritt weiter: Dort soll ein Exorzismus-Zentrum entstehen – nahe der deutschen Grenze.
Thomas Rautenberg berichtet.


