Auf Internetseiten oder per E-Mail machen sich Kriminelle auf die Suche nach ahnungslosen Bürgern mit Bankkonto. Die könnten angeblich als Finanzagenten schnelles Geld verdienen und zwar so: Sie sollen eine Überweisung auf ihren Konten annehmen und das Geld dann schnell per Bargeldversand ins Ausland transferieren. Dafür dürfen sie einen Teil der Summe behalten. Als Begründung lassen sich die Betrüger immer abstrusere Geschichten einfallen, sagt Kerstin Altendorf vom Bankenverband.
Kerstin Altendorf: "Es wäre leider noch nicht möglich gewesen, eine inländische Bankverbindung für ein neues Geschäft zu eröffnen. Deswegen würde man kurzfristig die deutschen Bankkonteninhaber als Finanzagenten nutzen wollen, bis man selber ein Bankkonto hätte. Und für den Aufwand und die Mühe würde man eine entsprechende Provision bekommen."
Doch Vorsicht: Das Geld stammt meist von Betrugsopfern.
Kerstin Altendorf: "Also es ist meistens so, dass diese Gelder, die auf Ihr Konto dann fließen, ergaunert worden sind von den Kriminellen und die suchen einen sicheren Weg, der nicht mit ihnen in Zusammenhang gebracht wird, diese Gelder zu waschen quasi und auf andere Konten zu bekommen."
Nämlich auf die der Mittäter im Ausland. Der Finanzagent macht sich so der Geldwäsche strafbar. Außerdem bräuchte er für seine Tätigkeit eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin. Und es warten noch weitere Konsequenzen.
Kerstin Altendorf: "Wenn die Geschädigten die deutschen Bankverbindungen ausfindig machen, von denen ihre Gelder abgeflossen sind, können sie Schadenersatz geltend machen, das heißt, der Strohmann, der Finanzagent ist nicht nur des Betruges schuldig, sondern muss auch das Geld, dass er weiter überwiesen hat und nicht nur seine Provision zurückgeben."
Für die Betrüger wird es immer schwieriger Finanzagenten anzuwerben, denn Banken und Polizei informieren die Verbraucher verstärkt. Deshalb versuchen es die Kriminellen auf anderen Wegen: So kaufen sie zum Beispiel zum Schein im Internet ein Auto und überweisen dem Verkäufer den Kaufpreis. Wenig später machen sie den Kauf rückgängig und fordern den Betrag zurück, allerdings auf ein anderes Konto.
Kerstin Altendorf vom Bankenverband rät deshalb: "Ganz wichtig ist dann, dieses Geld nicht behalten und dieses Geld aber auf das Ursprungskonto, wo es herkommt, wieder zurück überweisen. Dann haben die Geschädigten das Geld nämlich auch wieder. Auf jeden Fall aber auch die Polizei informieren."
Und auch die eigene Bank sollte erfahren, dass ihre Konten für Betrügereien genutzt werden.
Ein Beitrag von Anja Dobrodinsky.


