Beim Klimaschutz sind ehrgeizige Ziele leicht zu setzen, in der Praxis aber häufig nicht durchzusetzen. Es hat sich inzwischen aber herausgestellt, dass Biosprit mehr Probleme verursacht als löst.
Die Idee ist eigentlich toll: Pflanzen werden zu Bioethanol umgewandelt, der Sprit wächst quasi auf dem Feld und ist klimaneutral. Weil aber inzwischen Soja und Mais immer mehr in den Tank gehen als auf den Teller, steigen auch die Lebensmittelpreise. Das trifft vor allem Entwicklungsländer. Außerdem geht immer mehr Regenwald verloren, weil Anbauflächen gebraucht werden.
Ein Dilemma, auf das auch Bundeskanzlerin Merkel bei ihrer Lateinamerikareise trifft. Trotzdem verteidigt sie den EU-Kurs, den Biosprit-Anteil deutlich zu erhöhen. Der Weg dahin ist aber umstritten.
Michael Müller, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, SPD, im Gespräch mit Klemenz Schulze.


