Am Sonntag entscheiden die Wähler in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg, wie das Spreeufer zwischen Jannowitz- und Oberbaumbrücke bebaut werden soll.
Links und rechts der Spree plant das Land Berlin auf 3,5 Kilometern Länge ein völlig neues Stadtquartier: Mediaspree. Dort sollen vor allem Unternehmen aus der Medien- und Kreativbranche einziehen. Universal Music ist schon da, im September wird die Sport- und Unterhaltungsarena 02 - World eröffnet. Hier liegt das Badeschiff mit Musik und Barbetrieb.
Hier liegen aber auch viele Grundstücke brach, auf denen sich eine alternative Kulturszene entwickelt hat. Die muss Mediaspree weichen. Dagegen hat eine Bürgerinitiative Tausende von Stimmen gesammelt. Die Bürger wehren sich gegen diese Umwälzung in ihrem Kiez.
Nach Ansicht des Bevölkerungsgeographen Schnur muss ein Projekt wie das Quartier Mediaspree im Dialog mit den Anwohnern umgesetzt werden. Bei der Stadtentwicklung gebe es sowohl im Ausland als auch in Deutschland die Tendenz, öffentliche Flächen zu privatisieren. Schnur nannte als Beispiel Einkaufsmeilen, die zwar begrenzt öffentlich zugänglich, aber in privatem Besitz seien. Es handele sich um eine "schleichende Entdemokratisierung".
Olaf Schnur, Bevölkerungsgeograph und Quartiersforscher, wurde befragt von Sabine Beckmann.



