Neue Stätten des Weltkulturerbes
Ortstermin in Pompeji
Die Totenkronen in Bernau
Neue Stätten des Weltkulturerbes
27 neue Stätten sind per Beschluss auf der Welterbeliste der UNESCO eingetragen worden, acht Naturerbestätten, 19 Kulturerbestätten. Wir haben in diesem Zusammenhang ausführlich über die Aufnahme der Berliner Großsiedlungen der 20er Jahre berichtet, aber wer ist noch ausgewählt worden?
Zum Beispiel Lehmrundbauten in China für bis zu 800 Menschen finden sich in der Provinz Fujian - 46 besonders gut erhaltene, die ab dem 12. Jahrhundert errichtet worden sind, werden geschützt. Die letzten Reste der armenischen Kultur im Nordwesten des Iran, die Klöster St. Thaddäus und St. Stephanos sowie die Kapelle von Dzordzor weisen auf die lange Tradition der christlichen Pilgerreisen seit dem 7. Jahrhundert.
In Israel wurden die Stätten der Baha'i-Religion ausgezeichnet, in der Slowakei Holzkirchen, in Italien die Städte Mantua und Sabbioneta, die Hochburgen des Renaissancestädtebaus sind - sozusagen Idealorte jener europäischen Idee der Stadt, aus der die Identität des Kontinents mit erwuchs. Auch das historische Zentrum des Zwergstaates San Marino gehört dazu.
In Frankreich wurden 13 Festungsanlagen des bedeutenden Baumeisters Vauban zum Welterbe bestimmt, zum Beispiel diejenige in Belfort, am Übergang vom Elsass ins Burgundische. Ausführliches darüber von Angela Ulrich:
Auch aus Mexiko ist eine Festungsanlage ausgewählt worden. San Miguel de Allende, das ist mexikanischer Barock, inspiriert von den Jesuiten und eine Stätte großen kulturellen Austauschs.
Des weiteres Stadtgründungen wie Camagüey auf Kuba und befestigte Dörfer wie die der Mijkenda in Kenia, die Städte Melaka und George Town auf Malaysia, Gegenden Jahrtausende alter Ackerbaukulturen wie Kuk auf Papua-Neuguinea und die alten Olivenanbaugebiete von Stari Grad in Kroatien.
Problematischer war die Aufnahme des Tempels Preah Vihear in Kambodscha. Er stammt aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Es gibt bereits Vorschläge von Archäologen, den Ort als exterritoriales Gebiet verwalten zu lassen. Über den Streit und die Stimmung nach der Entscheidung der Unesco Benrd Musch-Borowska:
Bleiben die restlichen neuen Weltkulturerbestätten nachzutragen: Die Kulturlandschaft Le Morne im Südwesten von Mauritius gilt als Symbol für den Widerstand und den Freiheitskampf der Sklaven, die in den Höhlen Zuflucht suchten.
Auf der Pazifikinsel Vanuatu wird des Häuptlings Roi Mata gedacht, der um 1600 hier begraben wurde und der als wichtiger Initiator sozial- und friedenspolitischer Maßnahmen gilt.
In Saudi-Arabien liegt die größte Siedlungsstätte der Nabatäer südlich des jordanischen Petra, aus der Zeit um Christi Geburt.
Und schließlich ist mit der Rhätischen Bahn im schweizerischen Graubünden die Ingenieurkunst des frühen 20. Jahrhunderts ausgezeichnet worden.
Eine Fülle von neuem Weltkulturerbe - zu dem noch acht Weltnaturerbestätten zählen, eine gewisse Inflation ist bei der UNESCO durchaus auszumachen.
Ortstermin in Pompeji
Vor 11 Jahren wurden die Archäologischen Stätten von Pompeii, Herculaneum und Torre Annunziata ins Welterbe aufgenommen. Der Besucherdruck ist enorm. Eine Bestandsaufnahme von Gregor Hoppe:
Die Totenkronen in Bernau
Kehren wir aus der weiten Welt des Weltkulturerbes in unsere Region zurück - zu einem kulturgeschichtlichen Phänomen, das deutschlandweit einzigartig ist, den Totenkronen, zu sehen derzeit in Bernau. Eva Kirchner:
Bernauer Totenkronen, zu sehen bis zum 3. August in der Bernauer Stadtpfarrkirche.
Umgeschichtet - Vergangenheit aus der Nähe betrachtet von Harald Asel.
Ab der kommenden Sendung lassen auch wir uns von der Urlaubsstimmung anstecken und wiederholen einige Sendungen des Frühjahrs.


