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Wissenswerte: Forschung im Gespräch

Drei Ameisen laufen über das Blatt eines Johannisbeerstrauches (Bild: dpa)

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Do 29.07.10 10:25 Uhr

Sind Ameisen intelligent?

"Sind Ameisen intelligent?", fragt Thomas Prinzler heute in der Rubrik "Des Pudels Kern" – und hat darauf verblüffende Antworten.

Sie sind hochgradig arbeitsteilig, lernfähig, sie betreiben eine Art Landwirtschaft, sind soziale Organismen und sie sind viel, viel älter als wir Menschen: die Ameisen. Vor 100 Millionen Jahren entstanden, siedeln sie fast überall auf der Erde – überidirsch, unterirdisch und hoch oben in Baumwipfeln.

Mit ihren etwa 9500 Arten stellen sie 50% der Biomasse aller Insekten dar und die geschätzten 10.000 Billionen Ameisen weltweit wiegen soviel wie alle Menschen zusammen. Dabei ist das Gehirn der Ameisen winzig, im Verhältnis zu Säugetieren besteht ihr Gehirn nur aus einem Bruchteil von Zellen. Es ermöglicht vorwiegend das Erkennen von Düften und optischen Reizen. Die Stärke der Ameisen liegt nicht im einzelnen Gehirn, sondern in der kollektiven Intelligenz. Die Kommunikation erfolgt über Geschmack und Geruch chemischer Stoffe, so genannter Pheromone,

Sie verständigen sich mit Antennentrillern, Tänzen, Berührungen und Vibrationen. So kann ein Beutetier gemeinsam gejagt, zerlegt und in die heimische Kolonie transportiert werden. So werden Nahrungsspuren zu Futterplätzen gelegt, Reviere markiert, die in Revierkämpfen unterschiedlicher Ameisenkolonien verteidigt. Dabei marschieren geordnete Armeen von Ameisenkämpfern auf. Die australische Weberameise beispielsweise unterhält dazu Kasernennester am Rande der Kolonie und die Kämpfer sind alte Arbeiterinnen. Andere Ameisenarten wie die Blattschneider-Ameisen zerkleinern Blätter, die im Bau zu Humus vermodern, auf dem dann Pilze wachsen, von denen sich die Kolonie ernährt. Wie Verständigung und Arbeitsteilung jedoch ganz genau funktionieren, wissen die Ameisenforscher nicht – ebenso wenig wie sie wissen, wie und warum manche Ameisenkönigin am Anfang ihres Lebens mit 300 Millionen Spermien befruchtet wird und diese bis zu 20 Jahre in ihrem Bauch überdauern können, ehe sie zu neuen Ameisenarbeitern, Kämpfern oder Befruchtern werden.

Stand vom 22.07.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 22.07.2010 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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