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Wissenswerte: Forschung im Gespräch

Professpr Mohnike

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Wissenswerte, Mo 22.02.10 10:26 Uhr

Gewissheit nach 30 Minuten

Wer Krebs hat, muss regelmäßig zum Arzt - auch dann, wenn er die Chemotherapie, die Operation oder die Bestrahlung schon hinter sich hat. Etwa alle drei Monate wird geprüft, ob es neue Tumore gibt, meist mit dem Ultraschall oder einem Röntgengerät. Relativ unbekannt ist in Deutschland noch die Diagnose mit dem so genannten "PET/CT". Lisa Steger war in einer Arztpraxis in Berlin-Friedrichshain - dort wird "PET/CT" schon jetzt angewandt. Der Name der Patientin wurde auf ihren Wunsch geändert.

Irina Schmidt ist blass. Sie hat schlecht geschlafen. Und sie hat keinen Appetit. Seit drei Jahren hat sie Eierstockkrebs. Sie wurde operiert und sie hat mehrere Chemotherapien durchgemacht. Jetzt ist die 50-jährige Programmiererin in die Praxis von Wolfgang Mohnike gekommen, um zu erfahren, ob ihr das alles geholfen hat.

Irina Schmidt: "Man möchte es wissen. Wie schlimm ist es wirklich. Wie ausgebreitet und ausgedehnt? Kann man noch etwas machen, vielleicht auch außerhalb der Chemotherapie? Man hat Angst davor."

Irina Schmidt sitzt in einer Kabine, die Arzthelferin gibt ihr eine Spritze in den Arm. Ein Beruhigungsmittel und eine Traubenzuckerlösung, die "Fluor 18" enthält. Der Stoff ist schwach radioaktiv. Irina Schmidt schläft eine Stunde, dann geht sie in den Untersuchungsraum zum "PET/CT"-Gerät. "PET/CT", das steht für "Positronen-Emissions-Tomographie". Es ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem schwach radioaktive Substanzen, so genannte Radiopharmaka eine Rolle spielen.

Irina Schmidt legt sich im Nebenzimmer auf ein schmales Bett und bekommt wieder eine Spritze:

Die Flüssigkeit enthält ein Kontrastmittel, das den Inhalt der ersten Spritze verdünnt. Jetzt, Irina Schmidt ist inzwischen allein im Zimmer, schiebt sich das schmale Bett mit ihr in das "PET/CT"-Gerät. Ein mehrere Millionen Euro teurer Apparat, so groß wie ein Kleiderschrank, mit einer Röhre in der Mitte. Lichtblitze zucken, eine kleine Kamera fährt um Irina Schmidt herum und macht Aufnahmen. Zehn Minuten lang. Eine Computertomographie.

Im Zimmer nebenan sieht Professor Wolfgang Mohnike auf zwei Bildschirme. Vor schwarzem Hintergrund zeichnen sich violett die inneren Organe ab. Dreidimensional. Im Oberkörper leuchten gelbe Flecken. Es sind Tumoren. Zu erkennen, weil sich in ihnen die radioaktive Substanz angesammelt hat - Tumoren sind Energiefresser, sie haben die Glukoselösung schneller aufgenommen als das umliegende gesunde Gewebe. Das Gute daran: Krebszellen werden entdeckt, bevor sie sich vermehrt haben.

Wolfgang Mohnike: "Im Allgemeinen ist es so, dass diese Funktionsänderungen vor der Strukturänderung passieren, so dass wir relativ früh sehen können, wenn eine Streuung erfolgt, wenn der Tumor wächst."

Nach einer Viertelstunde kann sich Irina Schmidt wieder anziehen. Der Arzt teilt ihr den Befund mit: "Die Gesamtausbreitung des Tumors hat die Lymphknoten erfasst. Das ist eine schlechte Nachricht. Auf der anderen Seite sind keine Organe betroffen. Also, die Leber und die Knochen sind frei. Und das ist eine gute Nachricht."

Irina Schmidt wusste, dass sie mit der "PET/CT" der Patient sofort Klarheit erhält. Genau deswegen ist sie hier. Und sie hat die 1500 Euro selbst bezahlt, denn ihre Krankenkasse kommt dafür nicht auf: "In dem Falle hatte ich es sogar da. Ich bin in der Lage, das zu tun, weil ich leider Gottes vor einem Jahr meinen Vater verloren hatte. Und da gab es ein bisschen Geld. Es muss nicht… es ist nicht schlimm. Ansonsten hätte ich die Unterstützung meiner Geschwister gehabt."

In Italien, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden ist das "PET/CT"-Verfahren Standard. In Deutschland dagegen übernehmen nur wenige Kassen die Kosten dafür. Leichter haben es da Privatpatienten: Ihnen wird die "PET/CT" in aller Regel bezahlt.

Ein Beitrag von Lisa Steger

Stand vom 22.02.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 22.02.2010 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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Infos im WWW

PET/CT

Weitere Informationen des deutschen Krebsinformationsdienst zur PET/CT-Untersuchung
[krebs informationsdienst.de]

PET

Ausführliche Wikipedia-Seite zur Positronen - Emissionns - Tomographie
[wikipedia.org]