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Wissenswerte: Forschung im Gespräch

Die BAM testet die Sicherheit von Pyrotechnik [dpa]

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Wissenswerte, Fr 12.02.10 10:26 Uhr

Im Test der BAM: Feuerwerk bis Gefahrgutbehälter

Für Sicherheit in Technik und Chemie sorgt in Deutschland die BAM. BAM steht für Bundesanstalt für Materialforschung und Materialprüfung. Besonders bekannt ist sie durch ihre Tests von Feuerwerkskörpern. Alle Jahre wieder überprüfen Forscher die Sicherheit von neuer Pyrotechnik auf dem Markt. Als Mechanisch-Technische Versuchsanstalt 1871 in Berlin gegründet, blickt die BAM auf eine fast 140 Jahre lange Materialprüfgeschichte zurück. Maren Schibilsky hat die Bundesanstalt besucht.

Schwinghalle der BAM. Berlin. Unter den Eichen. Sicherheitstechniker Michael Schurig sitzt an seinem Prüfplatz. Er trifft letzte Vorbereitungen am Computer - für einen Schütteltest.

Auf Knopfdruck setzt sich langsam ein 1,50 Meter hoher Rütteltisch in Bewegung. "Shaker" - wird er hier genannt. Oben auf der hellbraunen Plattform steht ein silberfarbener Gefahrgutbehälter für gefährliche Chemikalien, festgeschnallt mit einem schwarzen Gurt.

Michael Schurig
: "In diesem Fall testen wir einen Weißblechkanister, in dem man flüssige Gefahrgüter und andere Produkte transportiert werden kann. Und untersucht wird, ob die Schwingungen auf einem Transport auf einem LKW dort zur Zerstörung des Behälters und zum Austreten von Flüssigkeit führen können."

Die hellbraune Plattform vibriert. Der Gefahrgutbehälter beginnt leicht zu hüpfen. Eine halbe Stunde dauert der Test. Simuliert wird aber eine stundenlange LKW-Fahrt. Nur die extremsten Belastungssituationen werden nachempfunden. Im Zeitraffer – erzählt Sicherheitsforscher Michael Schurig: "Es kommt darauf an, dass die Beanspruchung des Materials, aus dem der Behälter gefertigt wird, realistisch ist. D.h. es muss simuliert werden, was während des Transports geschieht. Und das sind Schwingungen, zufällige Schwingungen, die durch die Straße, durch Kopfsteinpflaster oder Schlaglöcher entstehen."

In der 400 Quadratmeter großen Schwinghalle stehen zahlreiche elektrodynamische Rütteltische. Für Automobilteile, Schienen, radioaktive Transportbehälter. In der Nachbarhalle befindet sich die weltgrößte Resonanzschwingprüfmaschine . Hier können Bauteile bis zu 2000 Tonnen Prüfkraft getestet werden – berichtet Sicherheitstechniker Christian Klinger.

Christian Klinger: "Dazu gehören zum Beispiel Bauteile für die Off-Shore-Technik. Verankerungsrohe für die Off-Shore-Plattformen. Da dran sind Schweißnähte und diese Schweißnähte sind durch den Seegang schwingend beansprucht und das wurde hier in der Maschine geprüft, so dass ein langes Leben, 20 Jahre im Wellengang, im Seegang simuliert werden konnte."

Prüfen, aber vor allem neue, internationalen Prüfverfahren mit entwickeln – das ist eine der Hauptaufgaben der BAM.

Ulrike Rockland, Pressesprecherin der BAM: "Wir haben den Auftrag, die Sicherheit in Technik und Chemie weiter zu entwickeln. Und das machen wir hauptsächlich durch Forschungs- und Entwicklungsprojekte, aber auch über unsere hoheitlichen Funktionen. In diesen hoheitlichen Funktionen, besonders in dem Bereich Gefahrstoff und Gefahrgut, führen wir sehr viele Prüfungen durch."

Rund 6000 Prüfungen an Materialien und chemischen Substanzen absolvieren die Forscher und Techniker der BAM pro Jahr. Gerade setzt Michael Schurig in der Schwinghalle einen Kran in Bewegung. Daran hängt ein riesiger Gefahrgutbehälter aus weißem Kunststoff. Ein bis drei Kubikmeter gefährliche Chemie kann der fassen.

Der nächste Rütteltest wird vorbereitet. Eine besonders harte Schwingprüfung. Neu vorgeschrieben von den Vereinten Nationen.

Ein Beitrag von Maren Schibilsky.

Stand vom 12.02.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 12.02.2010 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. [bam.de]