Mädchen arbeitet in Tischlerwerkstatt
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Bild: imago/Reiner Zensen

- Berliner Schulen mit Girls-Day-Preis geehrt

Berliner Unternehmen, die jungen Mädchen regelmäßig ihre Türen öffnen, wurden heute ausgezeichnet. Und zwar mit dem Girls´Day-Preis. Den Girls´Day gibt es jedes Jahr im Frühling. Danach werden regelmäßig Schulen gekürt, die besonders viele Mädchen motivieren konnten, mitzumachen. In diesem Jahr wurden nun erstmals auch Firmen gelobt, die immer wieder dabei sind oder bei denen es den Schülerinnen besonders gut gefallen hat. Mehr dazu von Wirtschaftsreporterin Anja Dobrodinsky.

An der der Schätzelberg-Grundschule in Tempelhof-Schöneberg haben in diesem Jahr besonders viele Mädchen beim Girls´Day mitgemacht. Deshalb wurde sie am Dienstag ausgezeichnet. Dabei waren auch diese drei Sechstklässlerinnen:
Also ich war bei Google. Da hatten wir eine App programmiert.
Ich war bei einer Technikorganisation, und da haben wir einen Rechner auseinandergenommen.
Ich war bei der Tischlerei und hab ein Drehkreuz gebastelt aus Holz.

Girls´Day in 150 Berliner Firmen

Insgesamt 6.500 Schülerinnen von Klasse fünf bis zehn machten mit. 150 Berliner Firmen öffneten ihre Türen zum Girls´Day. Darunter waren große wie Siemens, die BSR, Google oder Daimler, aber auch kleine Handwerksbetriebe oder Ingenieurbüros. Vier von ihnen wurden heute für ihr Engagement ausgezeichnet. Darunter die Geyer Umformtechnik GmbH, ein klassischer Industriebetrieb für Metallverarbeitung. Der langjährige Inhaber Norbert Geyer erklärt, was die Mädchen bei ihm zu sehen bekamen:
"Mal einen Rundgang und mal schauen, wie die automatischen Maschinen und Anlagen funktionieren, aber auch ein bisschen persönlich Hand anlegen, dass man mal merkt, wie ein Stück Eisen sich anfasst, wie man da Späne runterkriegt. Also eine Feile wird da schon mal in die Hand genommen."

Tradition seit 17 Jahren

Den Girls´Day gibt es seit 17 Jahren. Er trage dazu bei, dass in Berlin immer mehr Frauen naturwissenschaftliche Berufe ergreifen, sagen die Organisatoren. So liege der Frauenanteil bei den Azubis in technischen Ausbildungsberufen mit 15 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Bei den abgelegten Prüfungen in Ingenieurswissenschaften sind es sogar 27 Prozent. Auf den Girls´Day allein verlässt sich das Unternehmen Geyer aber nicht. Es pflegt auch Schulpartnerschaften, um den Nachwuchs für sich zu interessieren, sagt Norbert Geyer: "Wir gehören mit unseren Berufsangeboten nicht unbedingt zum Mainstream dessen, was die jungen Leute sich vorstellen. und deshalb müssen wir eine ganze Menge dafür tun, dass wir erklären, dass wir heute nicht mehr mit verschmierten Gesichtern nach Hause kommen."

Schwere körperliche Arbeit würden heute zum großen Teil Maschinen erledigen. Ausgezeichnet wurde auch das Willi-Graf-Gymnasium in Steglitz-Zehlendorf. Die 15jährige Lilli geht dort in eine naturwissenschaftliche zehnte Klasse. Sie war schon mehrere Male beim Girls‘ Day und besuchte ein Fraunhofer-Institut, das Justizministerium, die Feuerwehr und eine Robotikfirma. Im nächsten Frühling hat sie ein letztes Mal die Gelegenheit:  "Ich würd gern was Medizinisches mal machen, weil ich halt wirklich vielleicht auch in die Richtung gehen möchte im späteren Leben."

Die drei Grundschülerinnen haben noch mehr Zeit, sich für einen Beruf zu entscheiden. Ihre Vorstellungen sind aber schon recht konkret:
"Ich hab Lust, noch mehr Berufe kennenzulernen nicht nur Google.
Ich würd’s gerne nochmal machen, weil fand‘s spannend, auch mal in Männerberufe zu schlüpfen.
Weiß gar nicht, vielleicht die Polizei oder so."

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Zentrale Deutsche Börse (Bild: dpa)
dpa

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