Abendlicher Feierabendverkehr in Berlin-Prenzlauer Berg
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- Getaway - Car-Sharing mit Privatautos

Fast 46 Millionen: So viele Autos gibt es in Deutschland nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes. Und im Durchschnitt ist man damit laut ADAC nur eine gute Stunde am Tag unterwegs. Damit ist das Auto viel zu wenig unterwegs, meint das das Car-Sharing-Start-up Getaway. Wirtschaftsreporterin Lisa Splanemann hat den Geschäftsführer getroffen.

Nur zwei, drei Klicks auf dem Handy und schon startet Getaway-Geschäftsführer Edgar Scholler einen parkenden Privatwagen in der Rheinsberger Straße in Mitte. Das Auto wurde vom Halter über die App registriert und für die Nutzer freigeschaltet. Ein typisches Car-Sharing-Modell - allerdings mit Privatautos, erklärt der Gründer. Der Autobesitzer müsse das Auto über die App anmelden und werde dann geprüft. Anschließend informiere man ihn, wie viel Geld er mit der Vermietung seines Autos verdienen könne. Will er sein Auto vermieten, installiere das Unternehmen eine Hardware im Auto. Durch diese könne man mit dem Auto kommunizieren und gleichzeitig darauf aufpassen.

Idee entstand aus der eigenen Not heraus

Das Unternehmen verdient an jedem gefahrenen Kilometer circa ein Drittel als Provision. Vor zwei Jahren gründete Edgar Scholler sein Unternehmen. Der 31-Jährige aus Magdeburg ist dunkel gekleidet, mit Latte Macchiato und Sonnenbrille ausgestattet. Sein Büro ist ein Co-working-Arbeitsplatz in der sogenannten Factory in Berlin-Mitte. Um Punkt 12 Uhr verbindet sich Edgar von dort aus via Skype mit seinen zwölf Mitarbeitern zum täglichen Meeting. Die Idee für das Car-Sharing-Modell sei aus eigener Not geboren, erzählt der Gründer. Als er im Regen mit Gepäck an parkenden Autos vorbeiging, kam ihm die Vision: Es müsse doch eine Möglichkeit geben, die Menschen, deren Auto ungenutzt herumsteht und jene, die eines suchen, zusammenzubringen.

Konzept erschließt auch Randgebiete für Car-Sharing

Auch der Firmengründer selbst bietet sein Auto über die App an. Inzwischen hat die App 20.000 Nutzer, 6.000 davon sind Autobesitzer. Gerade für die Randgebiete Berlins wie Marzahn-Hellersdorf und ländliche Regionen sei dieses Car-Sharing-Konzept interessant, wirbt Edgar Scholler. Da das Unternehmen keine eigene Autoflotte halte, gebe es eine andere Kostenstruktur. Dadurch könne man auch in den ländlichen oder niedrig frequentierten Regionen agieren.

Seit September gilt ein neues Car-Sharing-Gesetz: reservierte Parkplätze sollen für Teilzeitautos geschaffen und Parkgebühren wegfallen. Allerdings: Für Privatwagen wie die von Getaway gelten diese Privilegien nicht. Bleibt also das größte Problem: die Parkplatzsuche.

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Zentrale Deutsche Börse (Bild: dpa)
dpa

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