Das Wort "Startup", versehen mit einem Richtungspfeil, steht auf einem Schild (Bild: colourbox.com)

- Innovationen made in Berlin

Der deutschen Wirtschaft geht es gut, viele Unternehmen suchen händeringend neue Mitarbeiter. Die demographische Entwicklung verschärft das Problem. Das wirkt sich auch auf die Zahl der Firmengründungen aus: sie sinkt bundesweit. Eine Festanstellung scheint vielen Menschen attraktiver als der Schritt in die riskante Selbständigkeit. Doch wie sieht die Lage in Berlin aus, der viel beschworenen Gründerhauptstadt? Franziska Ritter hat nachgefragt.

Die bundesweite Zahl der Menschen, die sich selbständig machen und ihre eigene Firma gründen, geht zurück. Doch in Berlin sieht die Sache anders aus, freut sich Stefan Franzke von der Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner, hier boome die Zahl der Gründungen immer noch - nach einer neuen Studie liege sie weit über dem Bundesdurchschnitt.

Der fünftgrößte Arbeitgeber in der Hauptstadt

Demnach gründet in Berlin jeder 50. Erwerbstätige sein eigenes Unternehmen – die Quote ist deutlich höher als in Leipzig, Hamburg oder München. Berlin bleibt also die Gründerhauptstadt. Doch im europäischen Vergleich hat ihr London den Rang abgelaufen. Woran es liegt? Laut Zahlen der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young bekamen die Berliner Startups zuletzt weniger Risikokapital als die Londoner.

Mit den Zahlen des laufenden Jahres ist Berlin Partner zufrieden, und auch für die Zukunft gibt sich die Wirtschaftsfördergesellschaft optimistisch: Nach dem Nein der Briten zur Europäischen Union fassten einige Startups einen Umzug von London nach Berlin ins Auge. Sie fühlten sich in Großbritannien nicht mehr willkomen. Und durch den Brexit sei die Bundeshauptstadt plötzlich auch für asiatische und US-amerikanische Unternehmen attraktiv geworden, sagt Stefan Franzke. Die Stadt könne von den Startups nur profitieren. Wenn man alle Startups zusammenrechne, seien sie in der Hauptstadt der fünftgrößte Arbeitgeber - noch vor Siemens.

Darüber hinaus ziehen innovative Startups auch etablierte Unternehmen in die Stadt, deutsche Mittelstandsbetriebe aus dem Süden aber auch Dax-Unternehmen. Sie kommen nach Berlin, um hier zusammen mit Startups an innovativen Produkten und Dienstleistungen zu arbeiten.

HINWEIS IN EIGENER SACHE

Wie gut sind die Berliner Startups wirklich?
Darum geht es im Inforadio Forum.

Ute Holzhey diskutiert mit Stefan Franzke von Berlin Partner und mehreren Firmengründern darüber, wie innovativ die Startups der Stadt sind und wie fit für den Weltmarkt.

Diskutieren Sie mit
:
am Donnerstag, dem 22. Juni
um 18:00 Uhr
in der Berliner Dependance der KfW
Charlottenstraße 33/33a

Zurück zur Übersicht

Zentrale Deutsche Börse (Bild: dpa)

Wirtschaft aktuell

Überregional kompetent - regional vor Ort. Die Wirtschaft im Inforadio wagt Tag für Tag diesen Spagat mit Hintergrund-Informationen, aktuellen Berichten, Live-Gesprächen, Ratgebern und Börsen-Highlights.