Rente, Foto: Colourbox

- Früher in Rente ohne Geldeinbuße

Fast jeder vierte geht früher in Rente und erhält deshalb geringere Bezüge. Denn jeder Monat, den man nicht mehr in die gesetzliche Rentenkasse einzahlt, kostet 0,3 Prozent des Alterseinkommens. Diese finanzielle Lücke lässt sich aber mit Zusatzzahlungen vermeiden.
Wie das geht, darüber berichtet André Tonn.

Wer früher in Rente geht und dennoch seine vollen Altersbezüge kassieren will kann bereits vorsorgen. Denn ab 55 Jahren ist es möglich, dafür zusätzlich in die Rentenkasse einzuzahlen.
Vom 1. Juli an wird diese gesetzliche Regelung noch erweitert. Dann kann man bereits ab 50 vorsorgen und sich so die volle Rente sichern, trotz vorzeigtigem Ruhestand. Dafür benötigt man allerdings ein gewisses finanzielles Polster, erläuert Stefan Braatz von der Deutschen Rentenversicherung. Bei dem von ihm gewählten Beispiel geht er von einem um zwei Jahre vorgezogenen Rentenbeginn und einer monatlichen Rente von 1.000 Euro aus: Das würde bei einer solchen Rentenhöhe 20 Euro pro Monat Rente weniger, und wenn man das ausgleichen will, muss man einen Betrag von rund 18.000 Euro aufwenden, um später die ungekürzte Rente sicherzustellen.

Mindesanwartzeit 30 Jahre

Die Regelung kann aber nur nutzen, wer mindestens 30 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Kürzere Anwartszeiten werden nicht anerkannt. Auch ist ein gewisser bürokratischer Aufwand nötig, um volle Bezüge bei einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben beziehen zu können, so der Rentenfachmann.

Wer doch nicht früher in Rente geht, verliert nicht etwa das eingezahlte Geld, sondern erhält eine entsprechend höhere Altersrente. Auch das ermöglicht das Rechtenrecht. Gerade in Zeiten äußerst niedriger Zinsen erscheint diese Art des Ansparens besonders attraktiv. Doch aus Sicht von Max Schmutzer von der Stiftung Warentest sind Maßstäbe fürs Kapitalsparen kein Kriterium für die Rentenversicherung. Für ihn lohne sich das vor allem für jene, die im Alter auf Nummer sicher gehen wollen. Man können auch versuchen, das Geld am Kapitalmarkt renditestärker anzulegen, das berge aber die Gefahr, so Schmutzer, dass das Geld irgendwann weg ist.

Auf jeden Fall: Umfassend informieren

Von zusätzlichen Einzahlungen in die Rentenversicherung profitiert allerdings nicht nur der Rentner, sondern auch der Fiskus. Denn Altersbezüge werden in steigendem Umfang besteuert. Ein Gegenargument ist das nach Ansicht des Rentenexperten von der Stiftung Warentest allerdings nicht, denn zusätzliche Aufwendungen für die Altersvorsorgen können steuerlich geltend gemacht werden, zudem sei der Steuersatz für die Rentenbezüge deutliche geringer seien als im Erwerbsleben.

Wer abschlagsfrei früher Rente beziehen oder ein höheres Alterseinkommen erhalten will, sollte sich umfassend informieren. Diese Beratung bietet die gesetzliche Rentenversicherung.

Zurück zur Übersicht

Zentrale Deutsche Börse (Bild: dpa)

Wirtschaft aktuell

Überregional kompetent - regional vor Ort. Die Wirtschaft im Inforadio wagt Tag für Tag diesen Spagat mit Hintergrund-Informationen, aktuellen Berichten, Live-Gesprächen, Ratgebern und Börsen-Highlights.