Laden eines Elektroautos (Bild: imago/Westend61)

- Internationales Vorbild der Elektromobilität

In Berlin werden jedes Jahr 40.000 neue Unternehmen gegründet. Davon ein Teil im Zukunftsmarkt Elektromobilität. Die Branche traf sich am Mittwoch zur Hauptstadtkonferenz im Roten Rathaus. Johannes Frewel war auch dort.

Elektromobilität - die Branche ist in Berlin noch klein, verzeichnet aber Zuwachs. Im vergangenen Jahr kamen 15 Unternehmen mit 425 neuen Jobs vor allem aus dem Ausland neu nach Berlin, um in Zeiten der Energiewende nachhaltige Mobilitätsangebote zu entwickeln.

Elektro-Nische wächst

Darunter ein Unternehmen des Bosch-Elektrokonzerns, das in Berlin im Wettbewerb um die Vermietung elektrischer Roller per Smartphone-App mitmischt. Bosch liefert auch das elektrische Herz der Elektrorollerbauers Unu.  Unu-Mitgründer Pascal Blum ist stolz, gerade 7,5 Millionen Euro frisches Kapital eingeworben zu haben, um sein Elektroroller-Geschäft nach Frankreich und in die Niederlande zu bringen. Blum erklärt sein Geschäftsmodell, ein Direktvertriebs-Modell. Elektromobilität sei momentan noch zu teuer wegen der teuren Silizium-Akkus - daran sei auch noch nichts zu ändern. Der Direktvertrieb ermögliche es, einen Elektroroller zum Preis eines Benzin-Rollers anzubieten.

Testfeld für automatisiertes und vernetztes Fahren

Die Elektro-Nische wächst. Das treibt Konzerne mit ihren Elektroprodukten zunehmend raus aus den Laboren rauf auf die Straße. Ein Testfeld in Berlin ist der Euref-Campus am Schöneberger Gasometer. Zudem soll die Straße des 17. Juni mit angrenzenden Nebenstraßen quer durch den Tiergarten Testfeld für automatisiertes und vernetztes Fahren werden, erklärt Gernot Lobenberg, Chef der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO: Eine vernetzte automatisierte Protokollstrecke vom Ernst-Reuter-Platz zum Brandenburger Tor solle Infrastruktur schaffen und eine Plattform für Hersteller, ihre Produkte hier zu erproben, sagt Lobenberg.

Deutsche E-Mobilitätsthemen sind exportfähig

Dort wird man künftig häufiger Elektroautos sehen, die nahezu lautlos fahren. Anbietern von Elektrorollern geht es wie vor Jahren auch Carsharing-Anbietern: Schwarze Zahlen sind in weiter Ferne.

Michael Stumpe ist Mitgründer von Free2Move. Die App sucht freie Autos, Roller und Fahrräder aller Sharinganbieter. Das Unternehmen war attraktiv genug, um von einem französischen Autokonzern übernommen zu werden, der unter anderem durch die Marken Citroen, Peugeot und jetzt auch Opel bekannt ist, betont Free2Move-Mitgründer Michel Stumpe: Berlin sei im Bereich Elektro-Mobilität fast Weltmarktführer und Stumpe hält deutsche E-Mobilitätsthemen für durchaus exportfähig.

Free2move hat im vergangenen Jahr stark in Europa expandiert. Im Juli steht der Schritt auf den US-Markt als Carsharingpionier bevor. Möglicherweise wächst da gerade ein digitaler Weltmarktführer heran - erstmals in Berlin.

 

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Zentrale Deutsche Börse (Bild: dpa)

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