Kundinen shoppen in Boutique, Quelle: imago stock&people/Westend61

- Modegeschäfte verzeichnen geringere Umsätze

Im stationären Modehandel bröckeln die Umsätze: Im vergangenen Jahr waren es nach Branchenangaben weitere zwei Prozent. Ein wachsender Teil des Geschäfts wandert in den Onlinehandel ab. Eine Folge: Unternehmen planen, Innenstadtfilialen zu schließen. Wirtschaftsreporter Johannes Frewel.

Mode per Smartphone oder Tablet einkaufen und anschließend liefern lassen, das wird für Verbraucher zunehmend bequemer. Der Trend verhagelt stationären Modeläden das Geschäft. Bei ihnen wandern Umsätze aus der eigenen Filiale oft zur digitalen Ladentheke der Konkurrenten im Internet ab, ohne dass sie eine realistische Chance haben, sie mit einem eigenen Onlineshop wieder einzufangen. Es sei gerade für kleinere Händler sehr schwierig, einerseits für das Ladengeschäft und anderseits online funktionierende Geschäftsmodelle anzubieten, betont Hartmut Spiesecke vom Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie.

Im besten Fall im eigenen Onlineshop kaufen

Am generellen Trend ändert das freilich wenig: Das Onlinegeschäft wächst, der stationäre Handel leidet darunter. Im besten Fall gelingt es großen Marken, Kunden mit einem interessanten Angebot in ihren eigenen Onlineshop zu locken. Doch auch bei erfolgreichen Modeketten fehlt dieser Umsatz in eigenen Filialen, die dann über kurz oder lang vor der Schließung stehen, betont Axel Augustin vom Handelsverband Textil.

Tendentiell weniger Filialen großer Modeketten

Kunden dürften also künftig tendenziell weniger Filialen der großen Modeketten vor Ort finden. Ein Beispiel: die schwedische Kette H&M will nach Branchenberichten da, wo der Onlinehandel gut läuft, Filialen in Industrieländern schließen und dafür neue Filialen in wachstumsstarken Schwellenländern eröffnen. kein Einzelfall. Der Ausblick für die Branche sei auch für die nächsten Jahre durchwachsen, betont Spiesecke:

München und Berlin profitieren punktuell

München und Berlin profitieren punktuell von einem ganz besonderen Luxusgeschäft, wenn reiche arabische oder russische Kunden zum Einkaufen einfliegen. Die wählen allerdings nur prestigeträchtige teure Marken. Den meisten Modefilialen hilft das nicht.

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Zentrale Deutsche Börse (Bild: dpa)

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