Innovation (Bild: colourbox)

- Deutsche Innovationskraft mit Schrammen

Bei Forschung und Entwicklung befindet sich die deutsche Wirtschaft auf dem richtigen Kurs. Zumindest generell. Denn in einigen Bereichen gerät der Innovationsmotor mittlerweile ungeachtet der guten Konjunktur ins Stottern, bescheinigen zwei Studien. Ein Beitrag von Johannes Frewel.

Weltweit liegt Deutschland unter den fünf forschungsstärksten Ländern. Das geht aus Studien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenabeit und Entwicklung OECD sowie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung hervor, die in Berlin vorgestellt wurden.

"Deutschland hat die Forschungsförderung gut gemacht"

Der Niederländer Dirk Pilat, Innovations-Vizedirektor bei der OECD, lobt die innovative Rolle der deutschen Wirtschaft unter den weltweit 50 untersuchten Ländern. Etwa bei Forschung und Entwicklung zum Klimawandel oder beim Kampf gegen Krankheiten. "Das wichtigste sind öffentliche Forschungsinvestitionen. Das hat Deutschland in den vergangenen Jahren extrem gut gemacht. Zahlreiche Länder haben ihre Forschungsausgaben gerade erst gekürzt: USA, Großbritannien, Italien, Frankreich. Deutschland, Südkorea, die Schweiz und andere Länder haben entschieden, ihre Investitionen zu halten und sogar mehr in Forschung zu investieren. Es ist wirklich ein Risiko, diese Investitionen zurückzufahren. Deutschland hat die Forschungsförderung hingegen wirklich gut gemacht."

Durchwachsen der Blick auf den Mittelstand

Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben der deutschen Wirtschaft steigen seit der Finanzkrise deutlich. Getrieben vor allem von forschungsintensiven Branchen wie der Elektro-, der Auto- oder Pharmaindustrie. Durchwachsen wird es beim Blick auf den Mittelstand, räumt Forschungs-Statssekretär Georg Schütte ein: In den Kernfeldern der deutschen Wirtschaft gehörten die deutschen Unternehmen zu den weltweiten Innovationsführern, jedoch müsse die Basis des Innovationsgeschehens verbreitert werden.

Digitale Geschäftsmodelle

Wo das dann noch sinnvoll scheint. Bei digitalen Geschäftsmodellen haben sich weltweit US-Konzerne wie Apple, Google, oder Facebook durchgesetzt. Gegenwehr der deutschen Wirtschaft mit eigenen Innovationen ist kaum festsellbar - hier gebe es deutlichen Aufholbedarf, so Schütte. Gleichzeitig müsse man sich auch auf die nutzbaren Stärken im deutschen System besinnen, wie beispielsweise die Industrie 4.0: Hier gebe es einen Entwicklungs- und Forschungsvorsprung von mindestens ein bis zwei Jahren und es müssten dringend neue Geschäftsmodelle entwickelt werden.

Damit der deutsche Mittelstand bei Innovationen wieder besser wird, gibt es mehr Fördergelder. Der Wunsch der Unternehmen waren eigentlich attraktivere Steuerabschreibungen. Angeblich kann sich das Bundesfinanzministerium damit nicht recht anfreunden.



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Zentrale Deutsche Börse (Bild: dpa)

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