Donald Trump umarmt eine US-amerikanische Flagge
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- Ein Jahr Trump - ein Jahr voller Rückschritte

Vor genau einem Jahr wurde Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt - es war eine Überraschung und eine Erschütterung unseres politischen Systems. Was hat sich seitdem verändert, wie hat sich das Verhältnis zwischen Deutschland, Europa und den USA verändert? Darüber hat Inforadio-Redakteurin Jana Ebert mit Rüdiger Lentz gesprochen, dem Leiter des Aspen Institute Deutschland, das sich für die transatlantische Gemeinschaft einsetzt.

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten war wie ein Erdbeben, das sich über die gesamte Welt ausbreitete. Und in den Augen von Rüdiger Lentz ist es auch noch nicht vorbei. Er ist der Leiter des Aspen Instituts Deutschland, das sich für die transatlantische Gemeinschaft einsetzt - und er sagt: "Die Schockwellen kommen jeden Tag auf uns zugerollt."

Und diese Schockwellen zeigen Wirkung: "Es gibt Leute, die mich fragen: Wie kannst du noch zu Amerika halten? Hier gibt es eine innere Abwendung von Amerika, die man nicht unterschätzen darf." Dennoch sieht er es als seine Aufgabe an, die noch immer existierenden Gemeinsamkeiten herauszustellen. Denn es lohne sich weiterhin, zusammen zu arbeiten. "Weil bestimmte Grundprinzipien nicht ausgehebelt sind, die auch dieser Präsident bisher nicht ausgehebelt hat.

"Rückschritte, die nur schwer aufzuholen sind"

Doch auch er stellt bei seinen häufigen Besuchen in den USA einen tiefen Riss in der Gesellschaft fest. Den gebe es zwar nicht erst seit Trump, doch dieser habe ihn clever ausgenutzt und dadurch noch vertieft: "Wir sind ja immer noch dabei, herauszufinden, was dieses Konglomerat von Populismus, von Protzerei, von Großmannssucht, von brutalem Auftreten, was das eigentlich alles bewirkt hat".

Nicht nur für die USA, auch für die ganze Welt sei dieses erste Jahr Trump "ein in vielerlei Beziehung verlorenes Jahr: Wenn sie an das Klimaabkommen denken oder internationale Entwicklung, ob das Syrien anbetrifft, das europäische und das amerikanische Verhältnis zu Russland. Wenn sie da subsumieren, war das mehr als ein verlorenes Jahr. Wir haben in vielen Bereichen Rückschritte vollzogen, die nur schwer wieder aufzuholen sein werden.

Wie sich das Verhältnis zwischen Europa und den USA verändert hat, welche wichtige Rolle die amerikanische Wirtschaft in den Beziehungen zu Europa spielt und welche Lehren wir aus der Regierung Trump ziehen können, darüber spricht Rüdiger Lentz mit Jana Ebert.

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