Zerstörtes Haus in Mexiko Stadt
ARD/Anne Demmer
Bild: ARD/Anne Demmer

- Mexiko: Nach der Trauer kommt die Wut

Innerhalb von 16 Tagen wurde Mexiko von drei Erdbeben erschüttert. Das Land liegt in einer der am stärksten gefährdeten Erdbebenregionen der Welt. Etwa 500 Mexikaner kamen ums Leben. Nach dem ersten Schock wird das Ausmaß der Katastrophe deutlich, dann kommt die eigentliche Krise. Anne Demmer hat sich im Bundesstaat Morelos und Mexiko-Stadt umgeschaut.

BILDERGALERIE

Bei dem Beben in Mexiko am 19. September der Stärke 7,1 kamen mindestens 360 Menschen ums Leben. Nach der Trauer kommt nun die Wut, über Pfusch in der Baubranche und die weit verbreitete Korruption, die viele Häuser einstürzen ließ. Allein in Mexiko-Stadt sind von etwa 40 Gebäuden nur noch Trümmer übrig, mehr als 8.000 wurden beschädigt - darunter hunderte Schulen.

Im Bundesstaat Morelos kampieren die Menschen in Zelten vor ihren Häusern, statt eine Notunterkunft aufzusuchen, weil sie Angst haben, ausgeraubt zu werden. Viele haben alles verloren, können nicht zurück in ihre Häuser, weil Einsturzgefahr besteht. Während die Solidarität in der Bevölkerung groß ist und sich besonders junge Mexikaner engagieren - ob in Puebla, Mexiko-Stadt, Morelos oder Oaxaca - schaue die Regierung einfach nur zu, lautet die Kritik.  Währenddessen fragen sich die Mexikaner, droht bereits das nächste schwere Beben? Betroffene, eine Architektin, Politiker und ein Seismologe erzählen von neuer und alter Angst.

Sendung

NASA

Weltsichten

An Ort und Stelle: In unserer Inforadio-Reihe "Weltsichten" senden wir Reportagen der ARD-Korrespondenten aus aller Welt.