Ansturm bei Vermietung einer Wohnung
imago/IPON
Bild: imago/IPON

- Entlastung auf dem Wohnungsmarkt ist nicht in Sicht

Wer derzeit in Berlin eine Wohnung sucht, der weiß: Ein Ausflug in die Hölle macht mehr Spaß. Johannes Frewel spricht mit dem Immobilien-Experten Jan Hebecker, der den Markt für die Internet-Plattform immobilienscout24 analysiert. Und Hebecker sagt: Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, was Mietpreise und Massenbesichtigungen angeht.

Jedes Jahr im Oktober versammelt sich die Immobilienbranche bei der Immobilien-Leitmesse Expo Real in München. Allein der Bund offerierte dort zum Höchstgebot mehrere zehntausend Quadratmeter  Baugrund vom heißesten deutschen Immobilienmarkt: Berlin.

Obgleich Mieten und Kaufpreise in unserer Region bereits seit Jahren steigen und zudem so viel gebaut wird wie noch nie, ist kein Ende der Preiskletterei in Sicht. Kaufpreise für Wohnungen haben in Berlin binnen Jahresfrist um mehr als 20 Prozent zugelegt. Jan Hebecker ist Analyst bei der Internet-Plattform Immobilienscout 24. Johannes Frewel hat mit ihm über die Lage am Berliner Markt gesprochen.

Was die Wohnungssuche angeht, so hat Hebecker folgenden praktischen Tipp in petto: die nötigen Dokumente immer eingescannt bereithalten - Gehaltsbescheinigung, Schufa-Auskunft, Mietschuldenfreiheits-Bescheinigung usw. - damit man schnell auf ein Inserat reagieren kann. Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, etwa sich bei kommunalen oder privaten Wohnungsbaugesellschaften auf die Warteliste setzen lassen.

Eine Entlastung des Berliner Wohnungsmarkt sei derzeit nicht in Sicht: "Die Nachfrage in den Innenstadtbezirken ist riesig. Die kann momentan überhaupt nicht abgedeckt werden. Alles, was neu auf den Markt kommt, wird direkt vermietet. Auch wenn sehr hohe Preise für den Neubau gefordert werden, wo der Vermieter in seiner Preiswahl frei ist." Doch auch in den Bestandsbauten seien die Preise hoch, vor allem in den 'Trendbezirken'.

Der Grund hierfür sei, dass "der ganze Markt in den letzten fünf bis zehn Jahren geschlafen hat und gar nichts oder nur sehr wenig Neues auf den Markt gekommen ist, und so ein Riesen-Nachholeffekt zu verzeichnen ist."

Ähnlich angespannt sei der Markt für Eigentumswohnungen: auch hier könne die Nachfrage bei weitem nicht befriedigt werden. Entsprechend seien die Preise gestiegen. Verstärkt werde das noch durch die derzeit niedrigen Zinsen und entsprechend günstige Immobilien-Darlehen: "All das führt dazu, dass die Nachfrage hoch ist".

Zur Sendungs-Übersicht

Interviewsituation. Symbolbild für die Sendereihe Vis à vis [colourbox]

Vis à vis

Hintergründe, Meinungen und Analysen im Dialog: Hier kommen Menschen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu Wort.