Der österreichische Spitzenkandidat der ÖVP, Außenminister Sebastian Kurz (M) kommt am 13.10.2017 zum Auftakt der "36-Stunden-Tour" im Rahmen des ÖVP-Wahlkampfabschlusses.
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Bild: Helmut Fohringer/APA/dpa

- Österreich: "Wir erleben eine Geschichtswiederholung"

Österreich hat gewählt - und die Alpenrepublik hat einen deutlichen Rechtsruck erfahren. Aller Voraussicht nach wird es zu einer konservativ-rechten Koalition aus ÖVP und FPÖ kommen - unter einem Kanzler Kurz, der vor allem mit dem Thema Zuwanderung punkten konnte. Welchen Einfluss hat dieser Wahlausgang auf das gesellschaftliche Klima in Österreich? Darüber spricht Stephan Oszvath mit der in Wien lebenden Schriftstellerin Julya Rabinowich.

Unsere Nachbarn in Österreich haben vorzeitig ein neues Parlament gewählt. Noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt, es fehlen noch die Briefwähler. Aber eines ist schon klar: Die äußerlich runderneuerte konservative ÖVP um den Spitzenkandidaten Sebastian Kurz hat die Wahl gewonnen. Er hat einen amerikanischen Wahlkampf geführt, setzte stark auf Social Media und auf ein Thema: Zuwanderung. Offenbar mit Erfolg. Der nächste Bundeskanzler Österreich wird wohl der 31-jährige Außenminister Kurz, er wäre damit der jüngste Regierungschef weltweit.

Zweitstärkste Kraft sind die Rechtspopulisten von der FPÖ. Die Grünen sind nach der Spaltung der Partei nicht mehr im Wiener Parlament, sie schafften den Sprung über die Vier-Prozent-Hürde nicht. Kurz will nun eine stabile Regierung bilden, hat er am Wahlabend gesagt. Dafür wird er sich wohl die FPÖ ins Boot holen, das Tischtuch mit den Sozialdemokraten ist nach dem schmutzigen Wahlkampf wohl zerschnitten.

Die in Wien lebende Schriftstellerin Julya Rabinowich stammt aus St. Petersburg. Ihr letztes Buch "Dazwischen.Ich" erzählt die Geschichte eines Flüchtlingsmädchens. Sie gewann damit in diesem Jahr den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. Stephan Ozsváth hat mir ihr über den Ausgang der Wahl und das gesellschaftliche Klima in ihrem Nachgang gesprochen.

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