Der Politikwissenschaftler Ulrich von Alemann
dpa
Bild: dpa

- Wohin geht es mit der SPD?

Die SPD vollführt gerade einen Spagat. Sie sitzt noch mit einigen Ministern am Kabinettstisch und regiert, zumindest geschäftsführend, weiter mit. Aber im Bundestag hat sie schon volle Kraft auf Opposition umgeschaltet. Ist der amtierende Chef Martin Schulz der richtige, um der Partei neuen Mut und neue Orientierung zu geben? Und wohin bitteschön soll es gehen: In die Mitte, nach links? Einer, der Antworten geben kann, ist Ulrich von Alemann, Politikwissenschaftler und SPD-Versteher aus Düsseldorf. Mit ihm hat meine Kollegin Angela Ulrich aus dem ARD-Hauptstadtstudio gesprochen.

Die erste Wahl nach der Bundestagswahl hat die SPD erstmal wieder gewonnen. "Das gibt ein wenig Mut. Und ein wenig Mut kann man natürlich gebrauchen, wenn man sich neu aufrappeln will." Den Wahlsieg in Niedersachsen findet von Alemann also gut für die SPD. Die vorangegangene Niederlage bei der Bundestagswahl sieht er als durchaus heilsam an: "Die Niederlage musste jetzt tief und schmerzhaft sein, damit die SPD draus lernt." Aus den vorherigen Niederlagen unter Steinmeier und Steinbrück hätten die Sozialdemokraten nicht genug gelernt.

Für einen neuen SPD-Vorsitzenden gebe es keine klare Stellenbeschreibung: "Man muss nach innen integrieren und man muss nach außen agieren und zwar auch manchmal aggressiv agieren. Man muss die Partei zusammenhalten, man muss die Partei motivieren, ihr Mut machen und gleichzeitig überzeugend den politischen Gegner angreifen aber auch staatsmännisch auftreten."

Zur Sendungs-Übersicht

Interviewsituation. Symbolbild für die Sendereihe Vis à vis [colourbox]

Vis à vis

Hintergründe, Meinungen und Analysen im Dialog: Hier kommen Menschen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu Wort.