Element of Crime bei ihrem Konzert am 17. Oktober 1987 in der Zionskirche (Bild: Erik Weiss)
Erik Weiss
Bild: Erik Weiss

- "Die haben auch Frauen und Mädchen angegriffen"

Vor genau 30 Jahren, am 17. Oktober 1987, versuchten etwa 30 Neonazis, ein Konzert der Westberliner Band "Element of Crime" in der Ost-Berliner Zionskirche zu stürmen. Die beiden Augenzeugen Jakob Ilja, Gitarrist der Band, und Konzertbesucher Ronald Galenza erzählen, wie sie den Angriff damals erlebt haben, wie er nachwirkte und welche Rolle das Bildungssystem der DDR dabei spielte.

Wer heute an der Zionskirche vorbeischlendert, trifft vor allem auf Menschen, die zur hippen Mitte Berlins gehören. Dass die Kirche vor 30 Jahren von Neonazis überfallen wurde, kann man sich kaum noch vorstellen – und auch damals war es ein Schock, offiziell durfte es im "antifaschistischen Staat" ja keine Neonazis geben.

Was war passiert? Die Westberliner Band "Element of Crime" hatte auf Einladung befreundeter Punkmusiker bereits im Juli 1987 ein Konzert in der Kirche gegeben – und weil die Musik gut ankam, hatte man eine Wiederholung beschlossen. Und so war die Kirche an diesem 17. Oktober 1987 brechend voll, als am Ende rund 30 bewaffnete Skinheads auftauchten, um Punks "zu klatschen".

Zwei, die damals persönlich dabei waren, sind Jakob Ilja, Gitarrist von "Element of Crime", und Ronald Galenza, der in der alternativen Ostberliner Musikszene aktiv war und im Publikum stand. Matthias Bertsch hat die beiden getroffen.

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