Regina Ziegler
Bild: Ulrike Schamoni

- Regina Ziegler: Ein filmreiches und filmreifes Leben

Sie war die erste Filmproduzentin in Deutschland: Regina Ziegler. 1973 gründete sie in Berlin die Regina Ziegler Filmproduktion. Weit über 400 Filme hat ihre Firma inzwischen realisiert, darunter Kino-Filme wie Peter Steins "Sommergäste", Wolf Gremms "Fabian" oder Andrzej Wajdas "Korczak". Aber auch TV-Serien und Mehrteiler wie "Die große Flatter", "Spreepiraten" oder "Weissensee". Begonnen aber hat Zieglers Karriere beim Sender Freies Berlin. Soeben hat Regina Ziegler ihre Autobiografie mit dem Titel "Geht nicht, gibt´s nicht" veröffentlicht. Reiner Veit sprach mit der Produzentin über ihr, wie es im Untertitel heißt, "filmreiches Leben".

Ob ihr Leben auch film"reif" sei - darüber müssten andere entscheiden, sagt Ziegler. Sie habe schließlich kein Drehbuch geschrieben, sondern eine Autobiografie. Zumindest hätten aber erste Reaktionen darauf gezeigt, dass "es doch ganz unterhaltend sein muss".  

Am Anfang des Buches stand die Idee, ihrer Enkeltochter zu vermitteln, wie ihr Leben abgelaufen ist. "Weil die natürlich auch mal wissen will: die Omi - was hat die mal so gemacht?" Die Autorin Andrea Stoll habe sie dann dazu überredet, daraus eine "richtige Biografie" zu machen. Diese stand ihr zur Seite, indem sie einen roten Faden vorgab. "Und dann hab ich losgelegt - habe Tag und Nacht und an Wochenenden geschrieben."

Ihrem zweiten Ehemann, dem Regisseur Wolf Gremm, und ihrem Umzug nach Berlin hat Ziegler es wohl zu verdanken, dass sie nicht Juristin wurde, sondern Filmproduzentin. Den Einstieg lieferte ein Job als Produktionsassistentin beim damaligen Sender Freies Berlin (SFB). An den kam sie durch eine Zufallsbekanntschaft - eine Dame, die auf dem Gehweg gestürzt war und der sie aufhalf.

Auch der familiäre Hintergrund spielte sicher eine Rolle - ihre Mutter schrieb als Journalistin oft Filmkritiken. Regina Ziegler selbst schmuggelte sich schon als 12-Jährige "auf Zehenspitzen" in die Filme, die erst ab 16 zugelassen waren.

Damals - 1966 - waren Frauen im SFB nicht viel mehr als "dienstbare Geister, die man gerne Kaffee kochen ließ und die den Vorgesetzten das Frühstück zubereiten mussten. Das war für mich erstmal nur eine Wahrnehmung, weil ich sofort in die Arbeit eingestiegen bin und mir nichts geschenkt habe. Denn ich wollte ja etwas werden."

Doch eine Zukunft sah sie damals im SFB nicht für ihre Pläne. "Und dann kam Wolf Gremm." Der hatte gerade die Film- und Fernsehakademie absolviert, machte kulturelle Features. "Ich fand, dass der ganz gute Ansichten hatte, und auch seine Filmvorstellungen haben mir gefallen." Er überredete sie, eine eigene Produktionsfirma zu gründen.

Bei der Kinoproduktion alleine blieb es nicht in ihrem langen Produzentinnenleben - "davon alleine kann man nicht leben. (...) Ich weiß wie das ist, ich wurde irgendwann Minus-Millionärin und hatte überhaupt kein Geld mehr." Der Einstieg ins Fernsehgeschäft und die Zweitverwertung früherer Filme (u.a. auf DVD) retteten die Firma vor dem Konkurs.

Dass das Unternehmen in der Familie bleibt, dafür sorgt inzwischen ihre Tochter Tanja, geboren 1966. "Sie ist eine Super-Produzentin, die weiß was sie will. Und zu zweit macht es übrigens auch sehr viel Spaß." Mutter und Tochter produzieren jeweils ihre eigenen Filme, "aber wir tauschen uns natürlich aus."

Regina Ziegler: "Geht nicht gibt's nicht!"
Verlag C. Bertelsmann, 325 S., 22,- EUR (Kindle Edition: 18,99 EUR)

infos im www

Ziegler Film

Buch-Tipp

Buchcover "Geht nicht gibts nicht" von Regina Ziegler
Bertelsmann Verlag

Regina Ziegler - Geht nicht gibt's nicht

352 Seiten
ISBN-13: 978-3570103265
€ 22,00
Bertelsmann Verlag

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