Lisa Marei Schmidt © Gregor Baron
Gregor Baron
Bild: Gregor Baron

- Lisa Marei Schmidt: Neue Chefin im Brücke-Museum

Es ist ein kleines Museum - am Rande der Stadt gelegen: Das Brücke-Museum am Dahlemer Bussardsteig. Ein kleines Haus mit einer hochkarätigen Sammlung mit Werken, unter anderen von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff. In diesem Jahr wird das Museum 50 Jahre alt - zum Jubiläum gibt es eine neue Museumschefin: Anfang des Monats hat Lisa Marei Schmidt die Leitung des Museums übernommen. Barbara Wiegand hat sie zum Vis a Vis getroffen.

Vom Regierungsviertel rund um den Hauptbahnhof ins beschauliche Dahlem - Lisa Marei Schmidt wagt den Sprung vom "Hamburger Bahnhof" zum Brücke-Museum. Ein Schritt, den sie liebend gerne auf sich nimmt, wie sie im Inforadio-Gespräch betont: "Ich habe immer in großen Häusern gearbeitet, aber meine Vorliebe galt immer kleinen Häusern. Ich habe jetzt einen kleinen Schatz gefunden - an einem ganz wunderbaren Standort."

"Den Standort vom Haus aus neu denken"

Die Besucherzahl im Brücke-Museum ist überschauber, oft hat man dort die Kunst ganz für sich alleine. Kultursenator Klaus Lederer sieht Lisa Marei Schmidt als Schlüsselfigur, die das Museum neuen Publikumsschichten öffnen soll. Eine große Aufgabe, der sich die frisch gebackene neue Museumschefin sehr gerne widmet: "Meine Vorgängerin Magdalena Möller hat das Haus über 28 Jahren geleitet, ihr Schwerpunkt lag in der Sammlungserweiterung, sie hat dafür gesorgt, dass die Sammlung international bekannt wird, sie ist viel getourt. Mein Schwerpunkt liegt jetzt im Standort selbst: Von hier aus will ich das Haus neu denken, die Architektur freischaufeln. Natürlich ist das Ausstellungsprogramm ganz wichtig, mir geht es daneben auch um die Stärkung der Bildung und Vermittlung in der Arbeit des Museums, um Begleitprogramme."

Maler als Museumsführer

Doch wie will sie das konkret umsetzen? Bei der Sammlung sollen auch in Zukunft die Brücke-Künstler im Zentrum stehen, ergänzt um zeitgenössische Künstler: "Ich erweitere das um andere Blickpunkte, andere Wissenschaftler und Kuratoren sollen da drauf schauen und damit arbeiten. Die Öffnung des Hauses ist mir ein ganz wichtiges Anliegen. So könnten beispielsweise Maler eine Führung durch die Malerei der Brücke machen. Ich will die Künstler selbst stärker ins Zentrum des Brücke-Museums rücken."

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