flasterer arbeiten am 27.09.2017 in Berlin vor der Staatsoper Unter den Linden.
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Bild: dpa/Britta Pedersen

- "Es ist einfach beglückend schön!"

Am Dienstag ist es soweit: Nach sieben Jahren Bauzeit eröffnet die Staatsoper glanzvoll ihr Haus Unter Den Linden. Zu den Rückkehrern ins Stammhaus gehört die Oberspielleiterin Katharina Lang. Ein Regisseur inszeniert, wird bei der Premiere bejubelt oder augebuht - und verschwindet. Dass sein Stück oft viele Jahre mit immer wieder wechselnden Sängern über die Bühne geht, das ist die Sache von Katharina Lang. Über 30 Jahre kennt sie das Haus. Maria Ossowski hat sie getroffen.

Am Dienstag, dem Tag der Deutschen Einheit, eröffnet die Staatsoper Berlin die neue Saison in ihrem frisch renovierten Haus.  Nach dem Auftakt ist sofort wieder Pause: Erst am 7. Dezember wird die Staatsoper regulär öffnen, bis dahin müssen sich die Mitarbeiter für den Betrieb fit machen.

Eine, die der Wiedereröffnung entgegenfiebert, ist Oberspielleiterin Katharina Lang. Die diplomierte Opernregisseurin kam bereits 1985 an dieses Haus, damals als Praktikantin der legendären Ruth Berghaus. Sie kann den Dienstag kaum noch erwarten und gerät regelrecht ins Schwärmen: "Ich bin so glücklich, wenn ich auf dieses Haus zulaufe", sagt sie - und ist mit ihrer Vorfreude offenbar nicht allein: "Ich habe das Gefühl, die Figuren da oben auf dem Haus swingen auch schon so ein bisschen..."

Katharina Lang findet es "beglückend schön", Teil des Staatsoper-Ensembles zu sein: "Man atmet ein und sagt: Guck mal, jetzt darfst Du da 'reingehen und was machen."

So viel Ahnung von Oper - da schnallt man ab!

Die Seele des Hauses würde sie so beschreiben: "Die Kombination aus diesem sehr, sehr schönen Haus und uns ist etwas sehr Freundliches. Das wird auch von vielen Solisten bestätigt, die zu uns aus aller Welt zum Arbeiten kommen. Die sagen, sie fühlen sich zu Hause mit uns. Ich glaube, das hat auch damit zu tun, dass bei uns das Interesse dafür durch alle Bereiche geht. Es gibt ganz viele Bühnenarbeiter die so 'ne Ahnung von Oper haben - da schnallt man ab! Die haben zu Hause zum Teil noch alte Plattensammlungen, die wissen ganz genau: Der hat das noch so gesungen und der hat das so gemacht. Richtige Fachleute, ja!"

Was sie mit Harry Kupfer verbindet, warum sie im "Fliegenden Holländer" auf der Bühne stand, welche besondere Beziehung sie zur "Zauberflöte" hat und was sie von den Abhöraktionen der Stasi wusste  - darüber spricht Katharina Lang in unserem Vis-à-Vis mit Maria Ossowski.

Der Staatsopern-Umzug in Zahlen

581 Staatsoper-Mitarbeiter ziehen vom Schillertheater zurück Unter die Linden.

3.500 Umzugskartons mussten gepackt werden für 400 LKW-Fahrten.

Im Zuschauerraum wurden 1.356 Stühle montiert.

Die Wandverkleidungen sind mit 1.500 m² Stoff bespannt.

560 historische Leuchten, 1.400 neue Lampen und 800 Sicherheitsleuchten brachten die Arbeiter an.

Das Ensemble der Staatsoper kann insgesamt 1.330 m² Bühnenfläche bespielen, davon misst die Hauptbühne 500 m².

Für die Bühnenbeleuchtung wurden insgesamt 130 Kilometer Starkstromkabel verlegt.

Gekostet hat der siebenjährige Umbau rund 400 Mio. Euro - ursprünglich geplant waren nur 239 Mio. Euro.

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Hintergründe, Meinungen und Analysen im Dialog: Hier kommen Menschen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu Wort.