Marina Hoermanseder Ankunft Fotocall der JT Touristik Pink Carpet Party im Hotel de Rome
Bild: imago/APP-Photo

- 'Berlin dankt mir für meine Farbtupfer'

Die Zahlen sprechen für sich: Mit einem Jahresumsatz von etwa vier Milliarden Euro ist die Mode- und Textilwirtschaft ein wichtiger Standortfaktor für Berlin. 2.500 Firmen beschäftigen rund 20.000 Mitarbeiter. Zur Modestadt Berlin gehört seit drei Jahren auch die österreichisch-französische Designerin Marina Hoermanseder. Auf der aktuellen Fashion Week hat sie gerade ihre neue Kollektion vorgestellt. Über ihr unternehmerisches Erfolgsgeheimnis und ihre Leidenschaft für Berlin spricht sie mit Inforadio-Wirtschaftsredakteur André Tonn.

Marina Hoermanseder will mit ihrer Mode Leichtigkeit transportieren. Leichtigkeit wie ein Meeresrauschen an der Cote d`Azur. Und das im vergleichsweise schnoddrigen Berlin. Wie kann das funktionieren? Sehr gut, sagt die gebürtige Wiener. Denn in Berlin sei Vieles schwarz und blau, Vieles sehr kommerziell. "Man ist hier für meine Farbtupfer dankbar. Und die hat Berlin auch verdient", freut sie sich die 31-jährige.

Karrieresprung in Berlin

Aber auch Marina Hoermanseder hat der Stadt einiges zu verdanken. Ihre Karriere hat hier ihren Anfang genommen. Dabei wollte die Tochter einer Pariserin irgendwann mal am liebsten in eben dieser Modemetropole leben und arbeiten. "Ich bin leidenschaftliche Wienerin und wollte ursprünglich nach meinem Studium in Berlin wieder zurück. Aber in den drei Jahren Modestudium habe ich mir hier in Berlin ein perfektes Netzwerk aufgebaut. Ich wollte nicht in Paris bei Null beginnen und dort ein Unternehmen gründen." Besonders dankbar ist sie Berlin allerdings vor allem deshalb, weil ihr Talent denkbar früh gesehen wurde und ihr der Weg zu einer erfolgreichen Karriere geebnet wurde: "Berlin hat mir schon nach meiner Diplomkollektion die Chance gegeben, eine Show auf der Fashion Week zu machen. Dafür bin ich so dankbar, deshalb bleibe ich hier." Berlin sei mit seiner Start-Up-Szene mutiger als andere Modemetropolen. "Der amerikanische Traum wird in Europa in Berlin gelebt", sagt sie freudestrahlend.

Röcke auch für "Curvy Models"

Lack, Leder, Lust - manches von Marina Hoermanseders Kollektion riecht nach Fetisch. "Klar ist Fetisch bei mir sehr präsent, ich arbeite mit Lederschließen, Schnallen, Striemen. Wobei ich im vergangenen Winter dagegen gesteuert habe. Ich habe kein Schwarz verwendet. Alles in diesem Sommer ist bunt, pastellfarben, weiblich verspielt." Das zeige sich insbesondere an ihren Röcken. Die übrigens explizit auch für etwas fülligere Damen gemacht wurden: "Ich habe schon so manchen Rock für amerikanische Sternchen mit prallem Hinterteil angefertigt. Ich finde ja auch persönlich, da wird der Rock mit Lederriemen erst so richtig sexy und spannend."

Zur person

Marina Hoermanseder (*1986 in Wien) ist die Tochter des Unternehmers Wilhelm Hörmanseder und einer französischen Übersetzerin. Nach der Matura im Jahr 2004 studierte sie Internationale Betriebswirtschaftslehre (IBWL) in Wien, den Abschluss errang sie 2010.  Von 2010 bis Juni 2013 studierte sie Modedesign an der ESMOD Modeschule in Berlin.

Im November 2013 gründet sie ihr eigenes Modelabel, im Januar 2014 präsentierte sie ihre erste eigene Kollektion auf der Berlin Fashion Week. Im September 2014 eröffnete sie während der Fashion Week zum ersten Mal einen Showroom in Paris. 2015 beschäftigt sie 16 Mitarbeiter in ihrem Berliner Atelier.

Ihre Entwürfe werden unter anderem von Lady Gaga, Rihanna und FKA Twigs öffentlich getragen. Darüber hinaus gibt es eine Korporation mit Nike. Zudem aht sie Uniformen für die Austrian Airlines sowie die österreichische Post entworfen.

Quelle: wikipedia

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