Chemotherapie, Infussiion in Patientenhand, Quelle: Colourbox
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- Mehr Lebensqualität für Krebspatienten

Die Krebsmedizin macht immer mehr Fortschritte und manche Patienten können sogar geheilt werden. Doch für viele bedeutet die Diagnose Krebs, sich auf ein Leben mit der Krankheit einstellen zu müssen. Das ist nicht immer einfach, etwa wenn eine Therapie nicht anschlägt. Hier kann ein Versorgungsmodell helfen, das den Patienten und seine Angehörigen in den Mittelpunkt stellt. Ursula Stamm berichtet.

Christel Petke liegt mit einer Infusion im Krankenbett. Sie bekommt Chemotherapie, denn ihr Krebs ist wiedergekommen. Normalerweise kann sie nach wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen, aber dieses Mal geht es ihr nicht so gut. Sie hat Fieber bekommen und ist ein bisschen schwach.

Seit acht Jahren Krebs

Seit acht Jahren leidet die 62-jährige unter Eierstockkrebs. Immer wieder muss sie ins Krankenhaus. Obwohl sie in Forst, 150 Kilometer entfernt von Berlin wohnt, kommt sie immer wieder in Klinikum Benjamin Franklin der Charité, weil man sie hier gut kennt. "Diese ärztliche Betreuung ist für mich sehr wichtig", sagt sie, keine ständigen Arztwechsel.

Profitieren vom Palliative Care-Konzept

Wovon Christel Petke profitiert, ist die so genannten Palliative Care. Dieses Konzept wird in den onkologischen Abteilungen der Charité in den letzen Jahren verstärkt angeboten. Dr. Anne Letsch ist Onkologin und Palliativmedizinerin. Das Besondere an dem Projekt ist, dass wir Symptome in verschiedenen Bereichen erfassen, nicht nur die körperlichen sondern auch die psychischen, sozialen und spirituellen. Wir sind in der Lage, den Patienten ein maßgeschneidertes Angebot bieten zu können.

In dieses Versorgungsabgebot sind Pflegepersonal und Ärzte, aber auch Psychologen, Physiotherapeuten und Seelsorger eingebunden. Wöchentlich gibt es Patientenbesprechungen, an denen die verschiedenen Professionen teilnehmen.

Stichwort "Palliative Care" nicht nur positiv besetzt.

Nicht alle Patienten würden auf das Stichwort "Palliative Care" positiv reagieren, sagt Anne Letsch. Viele verbinden damit, dass es für sie keine Besserung gibt, das Lebensende naht. Doch erste Studien zeigen, dass sowohl Patienten als auch das Behandlerteam von einem frühzeitigen Einsatz der Palliative Care profitieren können. "Palliative Care" ist eben nicht nur Betreuung am Lebensende, die gehört dazu, aber das soll nicht die Hauptaufgabe sein", sagt Onkologin Dr. Letsch.

Für Krebspatientin Christel Petke geht das Palliative Care Konzept auf. Wenn sie jetzt nach Forst nach Hause kommt, wird sich ein ambulantes Palliativteam um sie kümmern.

infos im www

Palliative Care-Konzept Charité

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